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	Kommentare zu: Die Theodizee-Frage	</title>
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	<link>https://christophilos.de/die-theodizee-frage/</link>
	<description>Beiträge zur christlichen Philosophie</description>
	<lastBuildDate>Sun, 25 Oct 2026 22:04:23 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: hto		</title>
		<link>https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-4032</link>

		<dc:creator><![CDATA[hto]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Oct 2025 10:47:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&quot;Die Überwindung des äußeren Bösen&quot;

Das äußere Böse / der nun &quot;freiheitliche&quot; WETTBEWERB um die Deutungshoheit der wettbewerbsbedingt-konfusen Symptomatik im &quot;gesunden&quot; Konkurrenzdenken, entsteht nur durch unsere gleichermaßen unverarbeitet-instinktive Bewusstseinsschwäche von Angst, Gewalt und &quot;Individualbewusstsein&quot;, kreislaufend / zeitgeistlich-reformistisch, seit unserer &quot;Vertreibung aus dem Paradies&quot; ( unser erster und bisher einzige geistige Evolutionssprung - leider nur in den geistigen Stillstand / die &quot;göttliche Sicherung vor dem Freien Willen&quot;, anstatt in die gottgefällige/vernünftige eigenverantwortliche Entwicklung unserer Vernunftbegabung).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Die Überwindung des äußeren Bösen&#8220;</p>
<p>Das äußere Böse / der nun &#8222;freiheitliche&#8220; WETTBEWERB um die Deutungshoheit der wettbewerbsbedingt-konfusen Symptomatik im &#8222;gesunden&#8220; Konkurrenzdenken, entsteht nur durch unsere gleichermaßen unverarbeitet-instinktive Bewusstseinsschwäche von Angst, Gewalt und &#8222;Individualbewusstsein&#8220;, kreislaufend / zeitgeistlich-reformistisch, seit unserer &#8222;Vertreibung aus dem Paradies&#8220; ( unser erster und bisher einzige geistige Evolutionssprung &#8211; leider nur in den geistigen Stillstand / die &#8222;göttliche Sicherung vor dem Freien Willen&#8220;, anstatt in die gottgefällige/vernünftige eigenverantwortliche Entwicklung unserer Vernunftbegabung).</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Elmar Vogel		</title>
		<link>https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2804</link>

		<dc:creator><![CDATA[Elmar Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 May 2023 14:05:05 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://christophilos.de/?p=7466#comment-2804</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2798&quot;&gt;Klaus Straßburg&lt;/a&gt;.

&lt;strong&gt;Lieber Herr Straßburg, 

vielen Dank für Ihren Kommentar!

Die Frage lautete, inwiefern der Tod Jesu zur Vergebung unserer Schuld/Sünde bzw. zur Erlösung nötig war, so wie es Jesus selbst verstand und erklärte.

 &lt;em&gt; „… das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.“ Mat 26,28&lt;/em&gt;

In der von mir zitierte Aussage aus Ihrem Blogbeitrag verneinen Sie diese Ursächlichkeit indem sie schreiben:

&lt;em&gt;„Jesu Tod war nicht nötig, damit Gott Schuld vergeben kann.“  &lt;/em&gt;

Ihr Folgesatz nimmt keinen Bezug zur Ursächlichkeit von Jesu Tod und einer daraus folgenden Vergebung von Schuld, wenn Sie schreiben:

&lt;em&gt;„Nötig war nur seine Liebe, die zugleich Gottes Liebe ist. Diese aber führte ihn unweigerlich in den Tod.“&lt;/em&gt;

Oder habe ich Sie falsch verstanden und Ihre zweite Aussage bezieht sich doch auf die Vergebung von Schuld? Falls ja, dann revidieren Sie damit Ihre erste Aussage und die eingangs, gestellte Frage bleibt unbeantwortet. Denn wenn die Liebe nötig war, und wenn diese Liebe unweigerlich in den Tod Jesu führte, dann war eben auch der Tod Jesu zur Vergebung unserer Schuld und zur Erlösung nötig. 

Nach meinem Verständnis sind der Wirkende (Gott in Christus) und sein Werk (Liebe, Passion, Erlösung) untrennbar eins. Man kann diese Dinge nicht voneinander trennen.

Vielleicht mögen Sie diesen Widerspruch ja abschließend noch aufklären? Ich würde mich sehr darüber freuen.

Mit besten Grüßen
Ihr 
Elmar Wieland Vogel]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2798">Klaus Straßburg</a>.</p>
<p><strong>Lieber Herr Straßburg, </p>
<p>vielen Dank für Ihren Kommentar!</p>
<p>Die Frage lautete, inwiefern der Tod Jesu zur Vergebung unserer Schuld/Sünde bzw. zur Erlösung nötig war, so wie es Jesus selbst verstand und erklärte.</p>
<p> <em> „… das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.“ Mat 26,28</em></p>
<p>In der von mir zitierte Aussage aus Ihrem Blogbeitrag verneinen Sie diese Ursächlichkeit indem sie schreiben:</p>
<p><em>„Jesu Tod war nicht nötig, damit Gott Schuld vergeben kann.“  </em></p>
<p>Ihr Folgesatz nimmt keinen Bezug zur Ursächlichkeit von Jesu Tod und einer daraus folgenden Vergebung von Schuld, wenn Sie schreiben:</p>
<p><em>„Nötig war nur seine Liebe, die zugleich Gottes Liebe ist. Diese aber führte ihn unweigerlich in den Tod.“</em></p>
<p>Oder habe ich Sie falsch verstanden und Ihre zweite Aussage bezieht sich doch auf die Vergebung von Schuld? Falls ja, dann revidieren Sie damit Ihre erste Aussage und die eingangs, gestellte Frage bleibt unbeantwortet. Denn wenn die Liebe nötig war, und wenn diese Liebe unweigerlich in den Tod Jesu führte, dann war eben auch der Tod Jesu zur Vergebung unserer Schuld und zur Erlösung nötig. </p>
<p>Nach meinem Verständnis sind der Wirkende (Gott in Christus) und sein Werk (Liebe, Passion, Erlösung) untrennbar eins. Man kann diese Dinge nicht voneinander trennen.</p>
<p>Vielleicht mögen Sie diesen Widerspruch ja abschließend noch aufklären? Ich würde mich sehr darüber freuen.</p>
<p>Mit besten Grüßen<br />
Ihr<br />
Elmar Wieland Vogel</strong></p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Klaus Straßburg		</title>
		<link>https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2798</link>

		<dc:creator><![CDATA[Klaus Straßburg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 May 2023 21:14:34 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://christophilos.de/?p=7466#comment-2798</guid>

					<description><![CDATA[Wenn Sie mich schon zitieren, Herr Vogel, dann bitte vollständig: &quot;Jesu Tod war nicht nötig, damit Gott Schuld vergeben kann. Nötig war nur seine Liebe, die zugleich Gottes Liebe ist. Diese aber führte ihn unweigerlich in den Tod.&quot;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Sie mich schon zitieren, Herr Vogel, dann bitte vollständig: &#8222;Jesu Tod war nicht nötig, damit Gott Schuld vergeben kann. Nötig war nur seine Liebe, die zugleich Gottes Liebe ist. Diese aber führte ihn unweigerlich in den Tod.&#8220;</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Elmar Vogel		</title>
		<link>https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2784</link>

		<dc:creator><![CDATA[Elmar Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 May 2023 13:11:35 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://christophilos.de/?p=7466#comment-2784</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2771&quot;&gt;Klaus Straßburg&lt;/a&gt;.

&lt;strong&gt;Lieber Herr Straßburg,

vielen Dank für Ihren Kommentar.

Sie schreiben von einem Leid, dessen Sinn wir nicht erkennen, welches aber durch Gott einen Sinn hat und Sie unterscheiden dieses Leid von einem anderen Leid, das keinen Sinn hat, aber durch Gott einen Sinn erhalten kann. Ich weiß nicht, worauf Sie mit dieser Aussage hinauswollen. Denn wenn beides Leid seinen Sinn durch Gott erhalten kann (wie Sie sagen) dann unterscheidet es sich doch nicht voneinander. Wollen Sie hier aber auf einen Unterschied hinaus, dann wäre Ihre Unterscheidung eine Relativierung der Botschaft Jesu. Denn jegliches Leid, das wir in Gott erkennen wird, ja, muss überwunden, muss gewandelt werden und diese Wandlung geschieht durch Sinnsuche und Sinnfindung: Suchet, so werdet ihr finden … Das ist die tröstliche Botschaft Jesu, das ist das Evangelium, das ist die gute Nachricht; dass jegliches Leid in Gott einen Sinn findet, wodurch wir getröstet werden sollen: „Selig sind die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“ Und dabei kommt alle Erkenntnis, durch die unser Leid Sinn findet, ausschließlich aus Gott. Denn all unser Leid, das seinen Sinn durch Gott erhält, das erhält es dadurch, dass Gott uns dessen Sinn finden und erkennen lässt. Und zwar in gleicher Weise, wie Jesus den Sinn seines eigenen Leides erkannte.

Was also wollen Sie mit dieser Unterscheidung von Leid sagen? Und vor allem, was wollen Sie den Leidenden und Trauernden im Namen Jesu sagen? Dass es auch solches Leid gibt, das sinnlos bleibt und keinen Trost findet? Aber wie passt diese Aussage zur Botschaft Jesu: „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“ Ist es doch die Botschaft Jesu, in der für uns jegliches Leid Trost finden soll – das ist doch der Wille Gottes! Glauben Sie, dass diese Zusage Jesu gültig und wahr ist? Und wenn ja, aus welchem guten Grund sollte diese Zusage relativiert werden?

Und wenn Sie von einem Leid schreiben, dessen Sinn wir nicht erkennen, dann muss ich nachfragen: Wer oder was wirkt denn jene Erkenntnis in uns, dass etwas Sinn hat, wenn nicht Gott selbst in Christus? Oder glauben Sie, dass Erkenntnis ohne Gott möglich ist? Ich persönlich glaube das nicht! Jesus hatte Sinn und Bedeutung seines Leides für sich (und damit stellvertretend auch für uns) erkannt, da er vom Geist der Erkenntnis Gottes erfüllt war. Geist und Sinn empfängt eine Sache immer und ausschließlich dadurch, dass sie als sinn- und geistvoll erkannt und geglaubt wird. Und dies gilt in besonderem Maße dort, wo uns eine Sache geistlos, sinnlos, absurd oder böse erscheint. Das ist das Wesen des christlichen Glaubens! Gott will überall dort wirken, wo das Dunkel seiner Abwesenheit herrscht – dort, wo wir (aufgrund mangelnder Erkenntnis) dem Eindruck von Geist- und Sinnlosigkeit erliegen. Gott ist Licht im Dunkel.

Eben dort wird Gott zum Schöpfer, wo er Sinn- und Geistloses mit Geist und Sinn (nämlich mit sich selbst) erfüllen kann und will. Darauf beruht die Überwindung der Welt, dass das Geistlose und Sinnlose, das Jesus widerfuhr, vom Geist erfüllt wurde - dass das Böse durch Christus nun auch in uns einen tiefen Sinn erfährt, wodurch es gut werden kann. Diese Erkenntnis war Jesus gegeben, aber diese Erkenntnis war seine rein persönliche und subjektive. Für die Welt war Jesu Leiden und Sterben ein sichtbares Zeichen seiner Niederlage – für die Welt war sein Tod am Kreuz der Beweis seines Scheiterns. Allein dadurch, dass Jesus in der Sinnlosigkeit seines Leidens und Sterbens (für sich) Gottes Willen erkannte, wurde seine Passion von Geist und Sinn durchdrungen, wurde sie bedeutsam, wurde sie eins mit Gott. Und deshalb musste Jesus auferstehen, weil Gott, Geist und Sinn ist - weil Gott die Quelle allen Lebens ist - weil nie etwas anderes aus Gott fließen kann als Leben, Geist und Sinn. Das war das Gute, um welches Jesus in seiner Passion wusste.

Sie schreiben, dass es gut war, dass Jesus seinen Feinden vergeben hat und Sie schreiben … „In diesem Sinne hat er aus Liebe „sein Blut vergossen“, um die Vergebung zu leben.“ Und im gleichen Zusammenhang schreiben Sie: „Ich unterscheide Wiedergutwerdung des Bösen von Vergebung. Das Böse, das vergeben wurde, ist nicht durch die Vergebung gut geworden.“

Herr Straßburg, ich kann in dieser Theologie keinen Bezug zur Botschaft Jesu erkennen. Aus welchem Grund trennen Sie hier, was zusammengehört? In Christus wird das Böse gut! Das ist die Quintessenz der Botschaft Jesu! Und das sage ich nicht einfach so, sondern das ist die Folgerichtigkeit, die seiner Botschaft zugrunde liegt: Ohne das Leid (Böses), das Jesus ertragen hat, wäre die Welt nicht überwunden worden. Wäre aber die Welt nicht überwunden worden, so würden auch wir die Welt nicht überwinden können und damit würde auch nichts gut werden können. Der Tröster konnte nur durch die Passion Jesu zu uns kommen, diese Bedingtheit stellt Jesus unmissverständlich klar, auch wenn Sie hier versuchen diese Aussage zu relativieren. Desgleichen der Tod Jesu: ohne den Tod (Böses) Jesu auch keine Auferstehung. Wäre aber Jesus nicht auferstanden, so könnten auch wir an seiner Auferstehung nicht teilhaben. Wie können Sie diese Folgerichtigkeit ignorieren? 

Und genau dasselbe betrifft auch die Vergebung: In Christus wird uns unsere Schuld (die Sünde/ das Böse) zum Anlass selbst Vergebung zu üben (Gleichnis vom Schalksknecht) und eben dadurch wird Schuld/Sünde/Böses unerwartet zu etwas Notwendigem und eben dadurch zu etwas Gutem. Und dort, wo wir selbst aus Einsicht in diese Notwendigkeit unseren Schuldigern vergeben, da wird uns auch von Gott vergeben. Auch diese Ursächlichkeit legt Jesus unmissverständlich dar. Und dort, wo Gott uns unsere Schuld vergibt, ist alles gut geworden. Alles Gute hängt an der Vergebung! Hätte Jesus seinen Feinden nicht vergeben (hätte er sie vom Kreuz herab angeklagt) so wäre seine Passion auch nicht gut gewesen. Aber die Passion Jesu ist „das“ Heilswerk Gottes am Menschen und sie findet ihre Vollendung in der Vergebung am Kreuz. In der Vergebung erhält die Passion Jesu ihren tiefen Sinn und ihre Bedeutung, wodurch sie gut wurde und war. 

Bezüglich meiner Frage, wie es denn zu verstehen sei, dass unsere Schuld durch die Passion Jesu vergeben werden könne (so wie es Jesus seinen Jüngern selbst erklärte) verweisen Sie auf Antworten in Ihrem Blog. Aber tatsächlich geben sie auf diese Frage dort keine Antwort, sondern Sie verneinen diese Ursächlichkeit, wenn Sie schreiben: &quot;Jesu Tod war nicht nötig, damit Gott Schuld vergeben kann.&quot; 

Auch wenn Sie jetzt keine weitere Diskussion mehr wünschen, möchte ich mich an dieser Stelle sehr herzlich bei Ihnen bedanken für den bisherigen, interessanten gedanklichen Austausch und für Ihre wertvolle Zeit, die Sie diesem schriftlichen Dialog hier gewidmet haben.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Elmar Wieland Vogel]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2771">Klaus Straßburg</a>.</p>
<p><strong>Lieber Herr Straßburg,</p>
<p>vielen Dank für Ihren Kommentar.</p>
<p>Sie schreiben von einem Leid, dessen Sinn wir nicht erkennen, welches aber durch Gott einen Sinn hat und Sie unterscheiden dieses Leid von einem anderen Leid, das keinen Sinn hat, aber durch Gott einen Sinn erhalten kann. Ich weiß nicht, worauf Sie mit dieser Aussage hinauswollen. Denn wenn beides Leid seinen Sinn durch Gott erhalten kann (wie Sie sagen) dann unterscheidet es sich doch nicht voneinander. Wollen Sie hier aber auf einen Unterschied hinaus, dann wäre Ihre Unterscheidung eine Relativierung der Botschaft Jesu. Denn jegliches Leid, das wir in Gott erkennen wird, ja, muss überwunden, muss gewandelt werden und diese Wandlung geschieht durch Sinnsuche und Sinnfindung: Suchet, so werdet ihr finden … Das ist die tröstliche Botschaft Jesu, das ist das Evangelium, das ist die gute Nachricht; dass jegliches Leid in Gott einen Sinn findet, wodurch wir getröstet werden sollen: „Selig sind die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“ Und dabei kommt alle Erkenntnis, durch die unser Leid Sinn findet, ausschließlich aus Gott. Denn all unser Leid, das seinen Sinn durch Gott erhält, das erhält es dadurch, dass Gott uns dessen Sinn finden und erkennen lässt. Und zwar in gleicher Weise, wie Jesus den Sinn seines eigenen Leides erkannte.</p>
<p>Was also wollen Sie mit dieser Unterscheidung von Leid sagen? Und vor allem, was wollen Sie den Leidenden und Trauernden im Namen Jesu sagen? Dass es auch solches Leid gibt, das sinnlos bleibt und keinen Trost findet? Aber wie passt diese Aussage zur Botschaft Jesu: „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“ Ist es doch die Botschaft Jesu, in der für uns jegliches Leid Trost finden soll – das ist doch der Wille Gottes! Glauben Sie, dass diese Zusage Jesu gültig und wahr ist? Und wenn ja, aus welchem guten Grund sollte diese Zusage relativiert werden?</p>
<p>Und wenn Sie von einem Leid schreiben, dessen Sinn wir nicht erkennen, dann muss ich nachfragen: Wer oder was wirkt denn jene Erkenntnis in uns, dass etwas Sinn hat, wenn nicht Gott selbst in Christus? Oder glauben Sie, dass Erkenntnis ohne Gott möglich ist? Ich persönlich glaube das nicht! Jesus hatte Sinn und Bedeutung seines Leides für sich (und damit stellvertretend auch für uns) erkannt, da er vom Geist der Erkenntnis Gottes erfüllt war. Geist und Sinn empfängt eine Sache immer und ausschließlich dadurch, dass sie als sinn- und geistvoll erkannt und geglaubt wird. Und dies gilt in besonderem Maße dort, wo uns eine Sache geistlos, sinnlos, absurd oder böse erscheint. Das ist das Wesen des christlichen Glaubens! Gott will überall dort wirken, wo das Dunkel seiner Abwesenheit herrscht – dort, wo wir (aufgrund mangelnder Erkenntnis) dem Eindruck von Geist- und Sinnlosigkeit erliegen. Gott ist Licht im Dunkel.</p>
<p>Eben dort wird Gott zum Schöpfer, wo er Sinn- und Geistloses mit Geist und Sinn (nämlich mit sich selbst) erfüllen kann und will. Darauf beruht die Überwindung der Welt, dass das Geistlose und Sinnlose, das Jesus widerfuhr, vom Geist erfüllt wurde &#8211; dass das Böse durch Christus nun auch in uns einen tiefen Sinn erfährt, wodurch es gut werden kann. Diese Erkenntnis war Jesus gegeben, aber diese Erkenntnis war seine rein persönliche und subjektive. Für die Welt war Jesu Leiden und Sterben ein sichtbares Zeichen seiner Niederlage – für die Welt war sein Tod am Kreuz der Beweis seines Scheiterns. Allein dadurch, dass Jesus in der Sinnlosigkeit seines Leidens und Sterbens (für sich) Gottes Willen erkannte, wurde seine Passion von Geist und Sinn durchdrungen, wurde sie bedeutsam, wurde sie eins mit Gott. Und deshalb musste Jesus auferstehen, weil Gott, Geist und Sinn ist &#8211; weil Gott die Quelle allen Lebens ist &#8211; weil nie etwas anderes aus Gott fließen kann als Leben, Geist und Sinn. Das war das Gute, um welches Jesus in seiner Passion wusste.</p>
<p>Sie schreiben, dass es gut war, dass Jesus seinen Feinden vergeben hat und Sie schreiben … „In diesem Sinne hat er aus Liebe „sein Blut vergossen“, um die Vergebung zu leben.“ Und im gleichen Zusammenhang schreiben Sie: „Ich unterscheide Wiedergutwerdung des Bösen von Vergebung. Das Böse, das vergeben wurde, ist nicht durch die Vergebung gut geworden.“</p>
<p>Herr Straßburg, ich kann in dieser Theologie keinen Bezug zur Botschaft Jesu erkennen. Aus welchem Grund trennen Sie hier, was zusammengehört? In Christus wird das Böse gut! Das ist die Quintessenz der Botschaft Jesu! Und das sage ich nicht einfach so, sondern das ist die Folgerichtigkeit, die seiner Botschaft zugrunde liegt: Ohne das Leid (Böses), das Jesus ertragen hat, wäre die Welt nicht überwunden worden. Wäre aber die Welt nicht überwunden worden, so würden auch wir die Welt nicht überwinden können und damit würde auch nichts gut werden können. Der Tröster konnte nur durch die Passion Jesu zu uns kommen, diese Bedingtheit stellt Jesus unmissverständlich klar, auch wenn Sie hier versuchen diese Aussage zu relativieren. Desgleichen der Tod Jesu: ohne den Tod (Böses) Jesu auch keine Auferstehung. Wäre aber Jesus nicht auferstanden, so könnten auch wir an seiner Auferstehung nicht teilhaben. Wie können Sie diese Folgerichtigkeit ignorieren? </p>
<p>Und genau dasselbe betrifft auch die Vergebung: In Christus wird uns unsere Schuld (die Sünde/ das Böse) zum Anlass selbst Vergebung zu üben (Gleichnis vom Schalksknecht) und eben dadurch wird Schuld/Sünde/Böses unerwartet zu etwas Notwendigem und eben dadurch zu etwas Gutem. Und dort, wo wir selbst aus Einsicht in diese Notwendigkeit unseren Schuldigern vergeben, da wird uns auch von Gott vergeben. Auch diese Ursächlichkeit legt Jesus unmissverständlich dar. Und dort, wo Gott uns unsere Schuld vergibt, ist alles gut geworden. Alles Gute hängt an der Vergebung! Hätte Jesus seinen Feinden nicht vergeben (hätte er sie vom Kreuz herab angeklagt) so wäre seine Passion auch nicht gut gewesen. Aber die Passion Jesu ist „das“ Heilswerk Gottes am Menschen und sie findet ihre Vollendung in der Vergebung am Kreuz. In der Vergebung erhält die Passion Jesu ihren tiefen Sinn und ihre Bedeutung, wodurch sie gut wurde und war. </p>
<p>Bezüglich meiner Frage, wie es denn zu verstehen sei, dass unsere Schuld durch die Passion Jesu vergeben werden könne (so wie es Jesus seinen Jüngern selbst erklärte) verweisen Sie auf Antworten in Ihrem Blog. Aber tatsächlich geben sie auf diese Frage dort keine Antwort, sondern Sie verneinen diese Ursächlichkeit, wenn Sie schreiben: &#8222;Jesu Tod war nicht nötig, damit Gott Schuld vergeben kann.&#8220; </p>
<p>Auch wenn Sie jetzt keine weitere Diskussion mehr wünschen, möchte ich mich an dieser Stelle sehr herzlich bei Ihnen bedanken für den bisherigen, interessanten gedanklichen Austausch und für Ihre wertvolle Zeit, die Sie diesem schriftlichen Dialog hier gewidmet haben.</p>
<p>Mit herzlichen Grüßen</p>
<p>Ihr Elmar Wieland Vogel</strong></p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Klaus Straßburg		</title>
		<link>https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2771</link>

		<dc:creator><![CDATA[Klaus Straßburg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 May 2023 19:43:09 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://christophilos.de/?p=7466#comment-2771</guid>

					<description><![CDATA[Hallo Herr Vogel,

hier einige kurze Antworten aus meiner persönlichen Sicht:

Es gibt Leid, dessen Sinn wir nicht erkennen, das aber durch Gott einen Sinn hat, und es gibt Leid, das keinen Sinn hat, aber ebenfalls durch Gott einen Sinn erhalten kann.

Gut war nicht das Böse, das Jesus widerfuhr, sondern die Liebe, mit der er es ertragen hat. Sinnvoll war nicht Jesu Leid an sich, sondern die Liebe, mit der er Gottes Liebe zu denen, die ihm Böses antaten, offenbart hat.

Der Umgang mit erlittenem Leid ist ein individueller und persönlicher. Der Umgang mit Leid kann gut sein, das heißt aber nicht, dass das Leid gut ist.

Auf Ihre Frage nach der Sündenvergebung, die durch Jesu Leid sich vollzogen hat, kann ich nur auf meinen Blogartikel &lt;a href=&quot;https://christseinverstehen.de/blog/index.php?welchen-sinn-hatte-jesu-tod-am-kreuz-&quot; / rel=&quot;nofollow ugc&quot;&gt;Welchen Sinn hatte Jesu Tod am Kreuz?&lt;/a&gt; (https://christseinverstehen.de/blog/index.php?welchen-sinn-hatte-jesu-tod-am-kreuz-) verweisen, zu dem wir uns dort schon ausführlich ausgetauscht haben. Das müssen wir jetzt nicht wiederholen.

In Joh 16,7 bezieht sich Jesus auf die Traurigkeit seiner Jünger angesichts seines bevorstehenden Todes (Vers 6). Jesus tröstet sie und sagt selbst, warum sein Sterben gut für sie sei, nämlich weil er dann seinen Beistand, d.h. seinen Geist, zu ihnen senden wird, der die Welt in Bezug auf mehrere Dinge &quot;überführen&quot; wird (Verse 6-11). Sie müssen also angesichts seines Todes nicht traurig sein.

Am Ende Ihres Beitrags wechseln Sie von der Sachebene auf die persönliche Ebene. Sie werfen mir vor, in meiner Argumentation den &quot;Willen zur Folgerichtigkeit&quot; nicht zu haben (also Unwille). Sie werfen mir auch vor, Ihrer Auslegung nicht &quot;auch nur für einen Moment unvoreingenommen gedanklich (zu) folgen&quot; (also Voreingenommenheit). Sie werfen mir vor, ich wolle &quot;offensichtlich nicht&quot; &quot;Antworten auf alle hier aufgeworfenen Fragen finden&quot; (die in Ihrer Auslegung angeblich enthalten sind) (also wiederum Unwille). Sie werfen mir vor, ich erhebe &quot;Vorbehalte, noch bevor&quot; ich &quot;die gedankliche Folgerichtigkeit&quot; Ihrer &quot;Argumente auch nur im Ansatz verstanden habe&quot; (also Unverständnis).

Auf diese persönliche Ebene möchte ich mich nicht einlassen. Zudem habe ich den Eindruck, dass wir uns argumentativ im Kreise drehen. Deshalb möchte ich unser Gespräch an dieser Stelle nicht fortsetzen.

Viele Grüße
Klaus Straßburg]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Herr Vogel,</p>
<p>hier einige kurze Antworten aus meiner persönlichen Sicht:</p>
<p>Es gibt Leid, dessen Sinn wir nicht erkennen, das aber durch Gott einen Sinn hat, und es gibt Leid, das keinen Sinn hat, aber ebenfalls durch Gott einen Sinn erhalten kann.</p>
<p>Gut war nicht das Böse, das Jesus widerfuhr, sondern die Liebe, mit der er es ertragen hat. Sinnvoll war nicht Jesu Leid an sich, sondern die Liebe, mit der er Gottes Liebe zu denen, die ihm Böses antaten, offenbart hat.</p>
<p>Der Umgang mit erlittenem Leid ist ein individueller und persönlicher. Der Umgang mit Leid kann gut sein, das heißt aber nicht, dass das Leid gut ist.</p>
<p>Auf Ihre Frage nach der Sündenvergebung, die durch Jesu Leid sich vollzogen hat, kann ich nur auf meinen Blogartikel <a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?welchen-sinn-hatte-jesu-tod-am-kreuz-" / rel="nofollow ugc">Welchen Sinn hatte Jesu Tod am Kreuz?</a> (<a href="https://christseinverstehen.de/blog/index.php?welchen-sinn-hatte-jesu-tod-am-kreuz-" rel="nofollow ugc">https://christseinverstehen.de/blog/index.php?welchen-sinn-hatte-jesu-tod-am-kreuz-</a>) verweisen, zu dem wir uns dort schon ausführlich ausgetauscht haben. Das müssen wir jetzt nicht wiederholen.</p>
<p>In Joh 16,7 bezieht sich Jesus auf die Traurigkeit seiner Jünger angesichts seines bevorstehenden Todes (Vers 6). Jesus tröstet sie und sagt selbst, warum sein Sterben gut für sie sei, nämlich weil er dann seinen Beistand, d.h. seinen Geist, zu ihnen senden wird, der die Welt in Bezug auf mehrere Dinge &#8222;überführen&#8220; wird (Verse 6-11). Sie müssen also angesichts seines Todes nicht traurig sein.</p>
<p>Am Ende Ihres Beitrags wechseln Sie von der Sachebene auf die persönliche Ebene. Sie werfen mir vor, in meiner Argumentation den &#8222;Willen zur Folgerichtigkeit&#8220; nicht zu haben (also Unwille). Sie werfen mir auch vor, Ihrer Auslegung nicht &#8222;auch nur für einen Moment unvoreingenommen gedanklich (zu) folgen&#8220; (also Voreingenommenheit). Sie werfen mir vor, ich wolle &#8222;offensichtlich nicht&#8220; &#8222;Antworten auf alle hier aufgeworfenen Fragen finden&#8220; (die in Ihrer Auslegung angeblich enthalten sind) (also wiederum Unwille). Sie werfen mir vor, ich erhebe &#8222;Vorbehalte, noch bevor&#8220; ich &#8222;die gedankliche Folgerichtigkeit&#8220; Ihrer &#8222;Argumente auch nur im Ansatz verstanden habe&#8220; (also Unverständnis).</p>
<p>Auf diese persönliche Ebene möchte ich mich nicht einlassen. Zudem habe ich den Eindruck, dass wir uns argumentativ im Kreise drehen. Deshalb möchte ich unser Gespräch an dieser Stelle nicht fortsetzen.</p>
<p>Viele Grüße<br />
Klaus Straßburg</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Elmar Wieland Vogel		</title>
		<link>https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2770</link>

		<dc:creator><![CDATA[Elmar Wieland Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 May 2023 16:11:06 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://christophilos.de/?p=7466#comment-2770</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2755&quot;&gt;Klaus Straßburg&lt;/a&gt;.

&lt;strong&gt;Lieber Herr Straßburg,

vielen Dank für Ihre Antwort, in der Sie jedoch nicht wirklich auf meine gestellten Fragen eingehen. Vielmehr werfen Ihre Erklärungen und Darlegungen eine Vielzahl hochbrisanter Fragen auf, die Sie letztlich aber nicht beantworten wollen/können. So bleibt auch die Frage nach dem Sinn des Leides in der Welt von Ihnen unbeantwortet, ja, sie wird in letzter Konsequenz von Ihnen sogar verneint. Denn einerseits sagen Sie, dass viel Leid und Unrecht in der Welt geschieht, das in Ihren Augen völlig sinnlos ist, und gleichzeitig erklären Sie, dass Jesus sein Leid aus Liebe zu den Menschen auf sich nahm und dass dies gut war. Wenn aber Jesus sein Leid aus Liebe zu den Menschen auf sich nahm und dies gut war, dann muss es doch (zumindest für ihn) auch sinnvoll gewesen sein, oder etwa nicht? Andernfalls müssten Sie konsequenterweise den Begriff „Liebe“ mit „Sinnlosigkeit“ und „Böse“ gleichsetzen, was Sie wiederum nicht tun.

Und wenn Jesus das große Unrecht und Leid, das ihm widerfuhr, aus Liebe zu uns Menschen erlitt, warum verneinen Sie dann diese Möglichkeit, wenn anderen Menschen ähnliches Unrecht und Leid widerfährt (geschlagene Frau) indem Sie implizieren, dass solches Leid keinen Sinn haben könne? Woher wollen Sie das wissen? Wie wollen Sie das als Außenstehender beurteilen? Ist der Umgang mit erlittenem Unrecht und Leid nicht ein höchst individueller und persönlicher? Genau genommen trennen Sie in Ihrer Theologie das Leid Jesu ab vom Leid der Menschen, um dann aber wieder zu sagen, Jesus habe unser menschliches Leid mitgetragen und mit den Menschen mitgelitten.

Ebenso meine Frage, aus welchem Grund Jesus seinen Feinden am Kreuz vergeben hat? Sie beantworten diese Frage letztlich nicht. Unbeantwortet bleibt von Ihnen insofern auch die Frage nach der Ursächlichkeit der Sündenvergebung durch die Passion Jesu. Wie kann durch das Leid eines Menschen, der vor 2000 Jahren am Kreuz starb, meine/unsere Schuld heute vergeben werden? Was meinte Jesus mit den vielen Hinweisen darauf: Dass das Leid, das er bereit war auf sich zu nehmen, zur Erlösung für viele sein würde? Dass das Weizenkorn in die Erde fallen müsse, um viel Frucht zu bringen? Dass sein Blut vergossen würde, zur Vergebung der Sünden? Dass er nach Jerusalem müsse und dort verurteilt und hingerichtet werde und dass ihn niemand (Petrus) davon abhalten werde?

Unbeantwortet bleibt von Ihnen auch die Frage, „weshalb“ Jesus seine Passion (Leid und Tod) selbst als für notwendig, ja, sie sogar für gut erachtete. „… es ist gut für euch, dass ich hingehe …“ Joh 16,7. Auch wenn Sie nicht explizit sagen, dass das Leiden und Sterben Jesu in Ihren Augen sinnlos war, so resümieren Sie hier doch: „Auch an Jesu Tod war nichts gut“. Dabei ignorieren Sie die Selbstaussagen Jesu, in denen er sein eigenes Leiden und Sterben für notwendig und insofern für gut erachtete. Den Tod Jesu halten Sie kategorisch für „nicht“ gut, aber seine Auferstehung, die halten Sie wieder für wichtig und gut. Aber wie sollte denn das eine ohne das andere möglich sein?

Es tut mir leid es so hart sagen zu müssen, aber ich empfinde Ihre Theologie voller Lücken und auch voller Widersprüche, auch vermisse ich in Ihrer Argumentation den Willen zur Folgerichtigkeit.

Ganz anders verhält es sich für mich mit den Lehren Jesu: Ich erkenne in ihnen ein einziges zusammenhängendes, lückenloses Gewebe. Alles atmet dort Geist und Sinn. In der Zusammenschau seiner Lehre und Passion beantwortet sich jede einzelne der oben von mir gestellten Frage auf sehr schlichte und folgerichtige Weise. Und würden Sie meiner Auslegung auch nur für einen Moment unvoreingenommen gedanklich folgen, so würden Sie selbst Antworten auf alle hier aufgeworfenen Fragen finden können. Aber das wollen Sie offensichtlich nicht. Sie stören sich an Begriffen und erheben Vorbehalte, noch bevor Sie die gedankliche Folgerichtigkeit meiner Argumente auch nur im Ansatz verstanden haben. Das empfinde ich insgesamt etwas schade.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Elmar Wieland Vogel

PS. Eine letzte Frage an Sie: Weshalb lässt man die Gläubigen im sonntäglichen Glaubensbekenntnis sich zu einem allmächtigen Gott bekennen, wenn Gott Ihres Erachtens doch gar nicht allmächtig ist?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2755">Klaus Straßburg</a>.</p>
<p><strong>Lieber Herr Straßburg,</p>
<p>vielen Dank für Ihre Antwort, in der Sie jedoch nicht wirklich auf meine gestellten Fragen eingehen. Vielmehr werfen Ihre Erklärungen und Darlegungen eine Vielzahl hochbrisanter Fragen auf, die Sie letztlich aber nicht beantworten wollen/können. So bleibt auch die Frage nach dem Sinn des Leides in der Welt von Ihnen unbeantwortet, ja, sie wird in letzter Konsequenz von Ihnen sogar verneint. Denn einerseits sagen Sie, dass viel Leid und Unrecht in der Welt geschieht, das in Ihren Augen völlig sinnlos ist, und gleichzeitig erklären Sie, dass Jesus sein Leid aus Liebe zu den Menschen auf sich nahm und dass dies gut war. Wenn aber Jesus sein Leid aus Liebe zu den Menschen auf sich nahm und dies gut war, dann muss es doch (zumindest für ihn) auch sinnvoll gewesen sein, oder etwa nicht? Andernfalls müssten Sie konsequenterweise den Begriff „Liebe“ mit „Sinnlosigkeit“ und „Böse“ gleichsetzen, was Sie wiederum nicht tun.</p>
<p>Und wenn Jesus das große Unrecht und Leid, das ihm widerfuhr, aus Liebe zu uns Menschen erlitt, warum verneinen Sie dann diese Möglichkeit, wenn anderen Menschen ähnliches Unrecht und Leid widerfährt (geschlagene Frau) indem Sie implizieren, dass solches Leid keinen Sinn haben könne? Woher wollen Sie das wissen? Wie wollen Sie das als Außenstehender beurteilen? Ist der Umgang mit erlittenem Unrecht und Leid nicht ein höchst individueller und persönlicher? Genau genommen trennen Sie in Ihrer Theologie das Leid Jesu ab vom Leid der Menschen, um dann aber wieder zu sagen, Jesus habe unser menschliches Leid mitgetragen und mit den Menschen mitgelitten.</p>
<p>Ebenso meine Frage, aus welchem Grund Jesus seinen Feinden am Kreuz vergeben hat? Sie beantworten diese Frage letztlich nicht. Unbeantwortet bleibt von Ihnen insofern auch die Frage nach der Ursächlichkeit der Sündenvergebung durch die Passion Jesu. Wie kann durch das Leid eines Menschen, der vor 2000 Jahren am Kreuz starb, meine/unsere Schuld heute vergeben werden? Was meinte Jesus mit den vielen Hinweisen darauf: Dass das Leid, das er bereit war auf sich zu nehmen, zur Erlösung für viele sein würde? Dass das Weizenkorn in die Erde fallen müsse, um viel Frucht zu bringen? Dass sein Blut vergossen würde, zur Vergebung der Sünden? Dass er nach Jerusalem müsse und dort verurteilt und hingerichtet werde und dass ihn niemand (Petrus) davon abhalten werde?</p>
<p>Unbeantwortet bleibt von Ihnen auch die Frage, „weshalb“ Jesus seine Passion (Leid und Tod) selbst als für notwendig, ja, sie sogar für gut erachtete. „… es ist gut für euch, dass ich hingehe …“ Joh 16,7. Auch wenn Sie nicht explizit sagen, dass das Leiden und Sterben Jesu in Ihren Augen sinnlos war, so resümieren Sie hier doch: „Auch an Jesu Tod war nichts gut“. Dabei ignorieren Sie die Selbstaussagen Jesu, in denen er sein eigenes Leiden und Sterben für notwendig und insofern für gut erachtete. Den Tod Jesu halten Sie kategorisch für „nicht“ gut, aber seine Auferstehung, die halten Sie wieder für wichtig und gut. Aber wie sollte denn das eine ohne das andere möglich sein?</p>
<p>Es tut mir leid es so hart sagen zu müssen, aber ich empfinde Ihre Theologie voller Lücken und auch voller Widersprüche, auch vermisse ich in Ihrer Argumentation den Willen zur Folgerichtigkeit.</p>
<p>Ganz anders verhält es sich für mich mit den Lehren Jesu: Ich erkenne in ihnen ein einziges zusammenhängendes, lückenloses Gewebe. Alles atmet dort Geist und Sinn. In der Zusammenschau seiner Lehre und Passion beantwortet sich jede einzelne der oben von mir gestellten Frage auf sehr schlichte und folgerichtige Weise. Und würden Sie meiner Auslegung auch nur für einen Moment unvoreingenommen gedanklich folgen, so würden Sie selbst Antworten auf alle hier aufgeworfenen Fragen finden können. Aber das wollen Sie offensichtlich nicht. Sie stören sich an Begriffen und erheben Vorbehalte, noch bevor Sie die gedankliche Folgerichtigkeit meiner Argumente auch nur im Ansatz verstanden haben. Das empfinde ich insgesamt etwas schade.</p>
<p>Mit herzlichen Grüßen</p>
<p>Ihr Elmar Wieland Vogel</p>
<p>PS. Eine letzte Frage an Sie: Weshalb lässt man die Gläubigen im sonntäglichen Glaubensbekenntnis sich zu einem allmächtigen Gott bekennen, wenn Gott Ihres Erachtens doch gar nicht allmächtig ist?</strong></p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Klaus Straßburg		</title>
		<link>https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2755</link>

		<dc:creator><![CDATA[Klaus Straßburg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Apr 2023 18:28:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://christophilos.de/?p=7466#comment-2755</guid>

					<description><![CDATA[Lieber Herr Vogel,

ich unterscheide Wiedergutwerdung des Bösen von Vergebung. Das Böse, das vergeben wurde, ist nicht durch die Vergebung gut geworden. Was gut geworden ist, ist die Beziehung des Vergebenden zu dem, dem etwas vergeben wurde. Aber das bedeutet meiner Meinung nach nicht, dass das Böse gut geworden ist.

Auch an Jesu Tod war nichts gut. Gut war, dass er sich wehrlos gemacht hat, dass er sich in Liebe hingegeben hat, nämlich ohne zurückzuschlagen, ohne die Himmelsheere herabzurufen, die seine Verfolger ausgelöscht und ihn verteidigt hätten (Mt 26,52f). Gut war, dass er seine Feinde konsequent bis zum Ende geliebt hat anstatt sie zu vernichten. Gut war, dass er so die unendliche Liebe Gottes zu den Feinden Gottes offenbart hat, die wir alle sind. Gut war, dass er ihnen vergeben hat, anstatt sie auf der Stelle zu richten. In diesem Sinne hat er aus Liebe &quot;sein Blut vergossen&quot;, um die Vergebung zu leben.

Ich kann nicht bestätigen, dass es heute &quot;unzählige führende Theologen&quot; gibt, &quot;die der Passion Jesu nichts Gutes mehr abgewinnen können, die seine Passion gar für sinnlos und entbehrlich, ja, die sie aus heutiger Sicht für unnötig und für einen fatalen Fehler Jesu erachten.&quot;

Gut wird alles erst nach dem Jüngsten Gericht, dann nämlich, wenn alles offenbar werden wird, das Gute und das Böse. Dann wird das Böse vernichtet, auch der letzte Feind, der Tod, und nur das Gute wird bleiben. Dann, wenn Gott in allem alles sein wird, was er jetzt noch nicht ist.

In der Auseinandersetzung mit dem Tod können wir klug werden. Das ist aber etwas anderes, als durch den Tod selber klug zu werden. Wir werden nicht klug durch den Tod, sondern durch das Bedenken des Todes (Ps 90,12).

Das Böse, das jetzt noch geschieht, entspricht nicht dem Willen Gottes. Wäre es so, dann wären alle biblischen Weisungen und jede christliche Ethik überflüssig. Es ist sicher hilfreich, sich dem, was Gott zulässt (nicht was er wirkt!), hinzugeben im Vertrauen auf sein Geleit durch das Böse hindurch zu einem guten Ende. Wenn Gott das Böse zulassen will, ist es gut, sich Gott zu überlassen. Aber durch diese Hingabe an Gottes Geleit wird das Böse nicht gut.

Ich bin ganz einig mit Ihnen darin, dass der Glaube &quot;das unerschütterliche Vertrauen in unsere vollkommene Geborgenheit in Gott&quot; ist. Aber es ist eine Geborgenheit gerade auch im Bösen und Sinnlosen, weil Gott uns durch Böses und Sinnloses hindurch zu seinem guten Ziel führen will. &quot;Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir ... Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde ... du schenkest mir voll ein ... Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang&quot; (Ps 23). Gutes wird uns Gott schenken trotz (nicht in!) allem Bösen. Leider sind wir die finsteren Täler noch nicht los, und sie werden auch nicht dadurch heller, dass wir sie für hell erklären.

Verborgen liegt in meiner Sicht im Bösen nicht der Wille Gottes, sondern Gottes Macht, dass das Böse ihm dienen muss, und zwar auch gegen seinen Willen (Röm 8,28). Dem Bösen ist insofern schon seine zerstörerische Macht genommen. Es ist aber dadurch nicht gut geworden. Oder anders gesagt: Der Satan ist noch kein Engel. Er ist aber schon vom Himmel herabgestürzt und hat dort nichts mehr zu melden (Lk 10,18).

Wenn ich recht sehe, unterscheiden wir uns darin, dass Sie sagen, das Böse sei Gottes Wille, und ich sage, das Führen durch das Böse hindurch zum Guten sei Gottes Wille. Man könnte meinen, das sei doch so ein großer Unterschied nicht.

Es hat aber Konsequenzen für die Gottesvorstellung. Ich verstehe Gott als einen, der, wie Jesus, leiden kann. Denn sonst hätte Jesus nicht Gott offenbart. Gott selbst leidet aus Liebe zu den Menschen; denn Liebe gibt es nicht ohne das Leiden am und anstelle des Geliebten. Es mag in manchen Ohren merkwürdig klingen, dass Gott leiden kann. Die Vorstellung von einem leidensunfähigen Gott stammt aber aus der griechischen Philosophie. Die jüdisch-christliche Gottesvorstellung unterscheidet sich davon, wie man schon beim Propheten Jeremia nachlesen kann.

Lieber Herr Vogel, wenn Sie in Ihrer Vorstellung Trost und Halt finden, möchte ich sie Ihnen gar nicht ausreden. Ich kann sie nur in den biblischen Texten nicht bestätigt finden. Und diese Texte sind ja, gottlob, die Grundlage für uns beide.

Herzliche Grüße
Klaus Straßburg]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Vogel,</p>
<p>ich unterscheide Wiedergutwerdung des Bösen von Vergebung. Das Böse, das vergeben wurde, ist nicht durch die Vergebung gut geworden. Was gut geworden ist, ist die Beziehung des Vergebenden zu dem, dem etwas vergeben wurde. Aber das bedeutet meiner Meinung nach nicht, dass das Böse gut geworden ist.</p>
<p>Auch an Jesu Tod war nichts gut. Gut war, dass er sich wehrlos gemacht hat, dass er sich in Liebe hingegeben hat, nämlich ohne zurückzuschlagen, ohne die Himmelsheere herabzurufen, die seine Verfolger ausgelöscht und ihn verteidigt hätten (Mt 26,52f). Gut war, dass er seine Feinde konsequent bis zum Ende geliebt hat anstatt sie zu vernichten. Gut war, dass er so die unendliche Liebe Gottes zu den Feinden Gottes offenbart hat, die wir alle sind. Gut war, dass er ihnen vergeben hat, anstatt sie auf der Stelle zu richten. In diesem Sinne hat er aus Liebe &#8222;sein Blut vergossen&#8220;, um die Vergebung zu leben.</p>
<p>Ich kann nicht bestätigen, dass es heute &#8222;unzählige führende Theologen&#8220; gibt, &#8222;die der Passion Jesu nichts Gutes mehr abgewinnen können, die seine Passion gar für sinnlos und entbehrlich, ja, die sie aus heutiger Sicht für unnötig und für einen fatalen Fehler Jesu erachten.&#8220;</p>
<p>Gut wird alles erst nach dem Jüngsten Gericht, dann nämlich, wenn alles offenbar werden wird, das Gute und das Böse. Dann wird das Böse vernichtet, auch der letzte Feind, der Tod, und nur das Gute wird bleiben. Dann, wenn Gott in allem alles sein wird, was er jetzt noch nicht ist.</p>
<p>In der Auseinandersetzung mit dem Tod können wir klug werden. Das ist aber etwas anderes, als durch den Tod selber klug zu werden. Wir werden nicht klug durch den Tod, sondern durch das Bedenken des Todes (Ps 90,12).</p>
<p>Das Böse, das jetzt noch geschieht, entspricht nicht dem Willen Gottes. Wäre es so, dann wären alle biblischen Weisungen und jede christliche Ethik überflüssig. Es ist sicher hilfreich, sich dem, was Gott zulässt (nicht was er wirkt!), hinzugeben im Vertrauen auf sein Geleit durch das Böse hindurch zu einem guten Ende. Wenn Gott das Böse zulassen will, ist es gut, sich Gott zu überlassen. Aber durch diese Hingabe an Gottes Geleit wird das Böse nicht gut.</p>
<p>Ich bin ganz einig mit Ihnen darin, dass der Glaube &#8222;das unerschütterliche Vertrauen in unsere vollkommene Geborgenheit in Gott&#8220; ist. Aber es ist eine Geborgenheit gerade auch im Bösen und Sinnlosen, weil Gott uns durch Böses und Sinnloses hindurch zu seinem guten Ziel führen will. &#8222;Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir &#8230; Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde &#8230; du schenkest mir voll ein &#8230; Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang&#8220; (Ps 23). Gutes wird uns Gott schenken trotz (nicht in!) allem Bösen. Leider sind wir die finsteren Täler noch nicht los, und sie werden auch nicht dadurch heller, dass wir sie für hell erklären.</p>
<p>Verborgen liegt in meiner Sicht im Bösen nicht der Wille Gottes, sondern Gottes Macht, dass das Böse ihm dienen muss, und zwar auch gegen seinen Willen (Röm 8,28). Dem Bösen ist insofern schon seine zerstörerische Macht genommen. Es ist aber dadurch nicht gut geworden. Oder anders gesagt: Der Satan ist noch kein Engel. Er ist aber schon vom Himmel herabgestürzt und hat dort nichts mehr zu melden (Lk 10,18).</p>
<p>Wenn ich recht sehe, unterscheiden wir uns darin, dass Sie sagen, das Böse sei Gottes Wille, und ich sage, das Führen durch das Böse hindurch zum Guten sei Gottes Wille. Man könnte meinen, das sei doch so ein großer Unterschied nicht.</p>
<p>Es hat aber Konsequenzen für die Gottesvorstellung. Ich verstehe Gott als einen, der, wie Jesus, leiden kann. Denn sonst hätte Jesus nicht Gott offenbart. Gott selbst leidet aus Liebe zu den Menschen; denn Liebe gibt es nicht ohne das Leiden am und anstelle des Geliebten. Es mag in manchen Ohren merkwürdig klingen, dass Gott leiden kann. Die Vorstellung von einem leidensunfähigen Gott stammt aber aus der griechischen Philosophie. Die jüdisch-christliche Gottesvorstellung unterscheidet sich davon, wie man schon beim Propheten Jeremia nachlesen kann.</p>
<p>Lieber Herr Vogel, wenn Sie in Ihrer Vorstellung Trost und Halt finden, möchte ich sie Ihnen gar nicht ausreden. Ich kann sie nur in den biblischen Texten nicht bestätigt finden. Und diese Texte sind ja, gottlob, die Grundlage für uns beide.</p>
<p>Herzliche Grüße<br />
Klaus Straßburg</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Elmar Wieland Vogel		</title>
		<link>https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2752</link>

		<dc:creator><![CDATA[Elmar Wieland Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Apr 2023 05:52:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://christophilos.de/?p=7466#comment-2752</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2747&quot;&gt;Klaus Straßburg&lt;/a&gt;.

&lt;strong&gt;Lieber Herr Straßburg,

nun noch etwas zu Ihren Ausführungen über Tod, Krieg und Sterben.

Sie fragen:
&lt;em&gt;Ich denke auch, dass man im Glauben vor dem Tod keine Angst haben muss, sondern getrost sterben kann. Aber ist der Tod deshalb schon etwas Gutes?&lt;/em&gt;

Nein, der Tod ist eben nicht etwas Gutes an sich, aber er wird zu etwas Notwendigem und Gutem, soweit wir bereit sind, den Tod im Licht der Botschaft Jesu zu verstehen und zu betrachten.

Bereits die Psalmisten des Alten Testaments vermitteln jene Grundwahrheit, dass der Tod eben nichts Unnützes ist, sondern dass uns die Auseinandersetzung mit dem Tod „klug“ werden lassen soll. Ferner, dass der Tod ein Ziel hat und das heißt, dass der Sinn und Zweck unseres Ablebens gefunden werden muss.

&lt;strong&gt;&lt;em&gt;HERR, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden Psalm 90,12&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;

&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Aber, HERR, lehre mich doch, dass es ein Ende mit mir haben muss und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss.  Psalm 39,4&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;
 
Sie fragen:
&lt;em&gt;Finden alle Dinge in Gott eine Bedeutung, sofern wir darauf vertrauen? Sie können uns sicher dem Ziel, dem Gott uns zuführt, nicht entfernen – aber haben alle Dinge wie das, was sie sind, deshalb schon eine positive Bedeutung?&lt;/em&gt;

Ich frage zurück: Welche Bedeutung hatte dann das Unrecht, das Leiden und das Sterben Jesu? Weshalb sollte Jesu Tod ein anderer gewesen sein als der unsrige? War er uns nicht in allen Dingen gleich, wie die Textzeugen und Paulus schreiben? Und wenn sein Leid ein ganz anders als das unsrige war, was bitte war dann anders an seinem Leid? Was ist der christliche Glaube, wenn nicht das Wissen um Sinn und Bedeutung dessen, was mir persönlich widerfährt? Was ist der Glaube, wenn nicht das unerschütterliche Vertrauen in unsere vollkommene Geborgenheit in Gott, wie Jesus lehrte?

&lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Selbst eure Haare auf eurem Haupt sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht.“ Luk 12,7&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;

Diese Fragen müssen Sie m. E. als Theologe schlüssig beantworten können. Denn an der Beantwortung dieser Fragen hängt schließlich die gesamte Erlösungstheologie vom Kreuz.  

Sie fragen:
&lt;em&gt;Hat der Krieg an sich eine positive Bedeutung? Oder ist es nicht vielmehr so, dass auch der Krieg Gott nicht davon abhalten kann, seine Schöpfung ihrem Ziel entgegenzuführen, und zwar durch das abgründig Böse hindurch?&lt;/em&gt;

Hier noch einmal meine Antwort: Das Böse hat keine Bedeutung „ohne“ unsere persönliche Einwilligung. Ohne unser Vertrauen, dass auch im Bösen der Wille Gottes verborgen liegt und dort von uns gefunden werden will, kann nichts gut werden. Böses wird dort böse bleiben, wo wir den Willen Gottes im Bösen nicht suchen. Denn, dass Böses gut werden kann, das liegt allein in unsrer Suche und in unserer Einwilligung gegenüber dem Unabänderlichen begründet: 

&lt;strong&gt;&lt;em&gt;&quot;Mein Vater, ist&#039;s möglich, so gehe dieser Kelch von mir; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!&quot; Mt 26, 39 &lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;

Denn nur dort, wo wir Gott als Ursache aller Dinge erkennen, können und müssen alle Dinge gut werden, da Gott immer nur das Gute, das Leben, den Geist wirkt und hervorbringt:

&lt;em&gt;Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Joh 14,6.&lt;/em&gt;

Wenn Jesus hier sagt: &quot;Ich bin der Weg ...&quot;, so meinte er damit, dass wir nur diesen, seinen Weg gehen können - dass nur diese Möglichkeit existiert, um zu einem gnädigen Gott (Vater) zu gelangen. 

Sie schreiben:
&lt;em&gt;Ich verstehe es so, dass Gott gerade dadurch vollkommen ist, dass er Leid und Tod mit Freude und Leben in sich vereint.&lt;/em&gt;

Nein, denn wenn es so wäre, wie Sie sagen, dann könnte in Gott Gegensätzliches und Widersprüchliches parallel existieren: Lüge und Wahrheit, Gut und Böse, Recht und Unrecht. Das wäre aber nicht das Gottesbild Jesu, das ungeteilt und widerspruchslos ist. In Jesus ist die Wahrheit unteilbar:

&lt;strong&gt;&lt;em&gt;„Wenn ein Reich mit sich selbst uneins wird, kann es nicht bestehen. Und wenn ein Haus mit sich selbst uneins wird, kann es nicht bestehen.“ Mark 3,24&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;

Daher, Gott überwindet das Böse (inneres wie äußeres) in Christus derart, dass es als solches gar nicht mehr gefunden werden kann. Nur dieses Vertrauen in die Geisteshaltung Jesu, der seinen Feinden am Kreuz vergeben konnte, eben weil er den Willen Gottes in ihrem Tun erkannte, macht uns selbst der Vergebung sowohl fähig als auch der Vergebung durch Gott würdig:

&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Ich, ich bin es, der deine Übertretungen tilgt um meinetwillen und der deiner Sünden nicht mehr gedenken will. Jes 43,25

Selbst wenn eure Sünden blutrot sind, sollt ihr doch schneeweiß werden. Sind sie so rot wie Purpur, will ich euch doch reinwaschen wie weiße Wolle. Jes 1,18&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;

Denken Sie in diesem Zusammenhang auch einmal an die biblische Geschichte, von Josef und seinen Brüdern: Josef konnte seinen Brüdern vergeben, weil er den guten Willen Gottes in seinem leidvollen Schicksal erkannt und gefunden hatte. Das ist eine Vorschau auf Christus, den Allvergeber, der uns in allem, was ihm durch seine Brüder widerfuhr, den Willen Gottes gefunden und verkündet hat.

In diesem Sinne grüßt Sie sehr herzlich
Ihr
Elmar Wieland Vogel]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2747">Klaus Straßburg</a>.</p>
<p><strong>Lieber Herr Straßburg,</p>
<p>nun noch etwas zu Ihren Ausführungen über Tod, Krieg und Sterben.</p>
<p>Sie fragen:<br />
<em>Ich denke auch, dass man im Glauben vor dem Tod keine Angst haben muss, sondern getrost sterben kann. Aber ist der Tod deshalb schon etwas Gutes?</em></p>
<p>Nein, der Tod ist eben nicht etwas Gutes an sich, aber er wird zu etwas Notwendigem und Gutem, soweit wir bereit sind, den Tod im Licht der Botschaft Jesu zu verstehen und zu betrachten.</p>
<p>Bereits die Psalmisten des Alten Testaments vermitteln jene Grundwahrheit, dass der Tod eben nichts Unnützes ist, sondern dass uns die Auseinandersetzung mit dem Tod „klug“ werden lassen soll. Ferner, dass der Tod ein Ziel hat und das heißt, dass der Sinn und Zweck unseres Ablebens gefunden werden muss.</p>
<p></strong><strong><em>HERR, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden Psalm 90,12</em></strong></p>
<p><strong><em>Aber, HERR, lehre mich doch, dass es ein Ende mit mir haben muss und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss.  Psalm 39,4</em></strong></p>
<p>Sie fragen:<br />
<em>Finden alle Dinge in Gott eine Bedeutung, sofern wir darauf vertrauen? Sie können uns sicher dem Ziel, dem Gott uns zuführt, nicht entfernen – aber haben alle Dinge wie das, was sie sind, deshalb schon eine positive Bedeutung?</em></p>
<p>Ich frage zurück: Welche Bedeutung hatte dann das Unrecht, das Leiden und das Sterben Jesu? Weshalb sollte Jesu Tod ein anderer gewesen sein als der unsrige? War er uns nicht in allen Dingen gleich, wie die Textzeugen und Paulus schreiben? Und wenn sein Leid ein ganz anders als das unsrige war, was bitte war dann anders an seinem Leid? Was ist der christliche Glaube, wenn nicht das Wissen um Sinn und Bedeutung dessen, was mir persönlich widerfährt? Was ist der Glaube, wenn nicht das unerschütterliche Vertrauen in unsere vollkommene Geborgenheit in Gott, wie Jesus lehrte?</p>
<p><strong><em>„Selbst eure Haare auf eurem Haupt sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht.“ Luk 12,7</em></strong></p>
<p>Diese Fragen müssen Sie m. E. als Theologe schlüssig beantworten können. Denn an der Beantwortung dieser Fragen hängt schließlich die gesamte Erlösungstheologie vom Kreuz.  </p>
<p>Sie fragen:<br />
<em>Hat der Krieg an sich eine positive Bedeutung? Oder ist es nicht vielmehr so, dass auch der Krieg Gott nicht davon abhalten kann, seine Schöpfung ihrem Ziel entgegenzuführen, und zwar durch das abgründig Böse hindurch?</em></p>
<p>Hier noch einmal meine Antwort: Das Böse hat keine Bedeutung „ohne“ unsere persönliche Einwilligung. Ohne unser Vertrauen, dass auch im Bösen der Wille Gottes verborgen liegt und dort von uns gefunden werden will, kann nichts gut werden. Böses wird dort böse bleiben, wo wir den Willen Gottes im Bösen nicht suchen. Denn, dass Böses gut werden kann, das liegt allein in unsrer Suche und in unserer Einwilligung gegenüber dem Unabänderlichen begründet: </p>
<p><strong><em>&#8222;Mein Vater, ist&#8217;s möglich, so gehe dieser Kelch von mir; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!&#8220; Mt 26, 39 </em></strong></p>
<p>Denn nur dort, wo wir Gott als Ursache aller Dinge erkennen, können und müssen alle Dinge gut werden, da Gott immer nur das Gute, das Leben, den Geist wirkt und hervorbringt:</p>
<p><em>Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Joh 14,6.</em></p>
<p>Wenn Jesus hier sagt: &#8222;Ich bin der Weg &#8230;&#8220;, so meinte er damit, dass wir nur diesen, seinen Weg gehen können &#8211; dass nur diese Möglichkeit existiert, um zu einem gnädigen Gott (Vater) zu gelangen. </p>
<p>Sie schreiben:<br />
<em>Ich verstehe es so, dass Gott gerade dadurch vollkommen ist, dass er Leid und Tod mit Freude und Leben in sich vereint.</em></p>
<p>Nein, denn wenn es so wäre, wie Sie sagen, dann könnte in Gott Gegensätzliches und Widersprüchliches parallel existieren: Lüge und Wahrheit, Gut und Böse, Recht und Unrecht. Das wäre aber nicht das Gottesbild Jesu, das ungeteilt und widerspruchslos ist. In Jesus ist die Wahrheit unteilbar:</p>
<p><strong><em>„Wenn ein Reich mit sich selbst uneins wird, kann es nicht bestehen. Und wenn ein Haus mit sich selbst uneins wird, kann es nicht bestehen.“ Mark 3,24</em></strong></p>
<p>Daher, Gott überwindet das Böse (inneres wie äußeres) in Christus derart, dass es als solches gar nicht mehr gefunden werden kann. Nur dieses Vertrauen in die Geisteshaltung Jesu, der seinen Feinden am Kreuz vergeben konnte, eben weil er den Willen Gottes in ihrem Tun erkannte, macht uns selbst der Vergebung sowohl fähig als auch der Vergebung durch Gott würdig:</p>
<p><strong><em>Ich, ich bin es, der deine Übertretungen tilgt um meinetwillen und der deiner Sünden nicht mehr gedenken will. Jes 43,25</p>
<p>Selbst wenn eure Sünden blutrot sind, sollt ihr doch schneeweiß werden. Sind sie so rot wie Purpur, will ich euch doch reinwaschen wie weiße Wolle. Jes 1,18</em></strong></p>
<p>Denken Sie in diesem Zusammenhang auch einmal an die biblische Geschichte, von Josef und seinen Brüdern: Josef konnte seinen Brüdern vergeben, weil er den guten Willen Gottes in seinem leidvollen Schicksal erkannt und gefunden hatte. Das ist eine Vorschau auf Christus, den Allvergeber, der uns in allem, was ihm durch seine Brüder widerfuhr, den Willen Gottes gefunden und verkündet hat.</p>
<p>In diesem Sinne grüßt Sie sehr herzlich<br />
Ihr<br />
Elmar Wieland Vogel</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Elmar Wieland Vogel		</title>
		<link>https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2749</link>

		<dc:creator><![CDATA[Elmar Wieland Vogel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Apr 2023 20:11:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://christophilos.de/?p=7466#comment-2749</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2747&quot;&gt;Klaus Straßburg&lt;/a&gt;.

&lt;strong&gt;Lieber Herr Straßburg,

hier die Fortsetzung meiner Antwort bezüglich Ihrer Kritik das Böse betreffend:

Ihre Sichtweise gegenüber dem Bösen, lässt sich in einem Gedanken zusammenfassen: Böses kann dort nicht mehr gut werden, wo es für zu schrecklich, zu ungerecht, zu willkürlich, zu absurd, wo es für zu sinnlos empfunden wird. Und genau genommen haben Sie damit auch recht. Denn es ist tatsächlich an dem, dass unsere persönliche Empfindung darüber entscheidet, ob Böses entschuldbar sein kann, ob es noch vergeben werden kann oder eben nicht mehr. Aber was bedeutet das in letzter Konsequenz? Es bedeutet, dass wir selbst es sind, die wir das Maß festlegen, was entschuldbar ist und was nicht, und zwar jeder Mensch für sich ganz persönlich und individuell. Mit Ihrem Beispiel, von einer Frau, die von ihrem Mann zum Krüppel geschlagen wurde, ziehen Sie Ihre ganz persönliche Grenze, wo Böses Ihres Erachtens nicht mehr gut werden kann – wo es unentschuldbar bleiben muss. 

Wenn ich Ihre Auffassung hier also richtig wiedergegeben habe (und bitte korrigieren Sie mich bitte, wenn dies nicht der Fall sein sollte) dann bitte ich Sie als Theologe, mir die folgenden Fragen zu beantworten: Welchen Sinn hatten Verrat, Verleumdung, Folter und Hinrichtung – kurz das vollkommen sinnlose Unrecht, das Jesus von seinen Feinden erdulden musste? War das, was die Menschen Jesus da angetan haben, Ihrer Meinung nach nicht zu schrecklich, zu ungerecht, zu willkürlich, zu absurd, zu sinnlos, als dass es jemals hätte vergeben werden können? Was konkret unterscheidet Ihrer Ansicht nach das Unrecht, das Jesu erleiden musste vom Unrecht, das jener Frau angetan wurde?

Und die Vergebung betreffend: Weshalb vergibt Jesus seinen Feinden am Kreuz? Weshalb erklärt er am Vorabend seiner Verhaftung: „Ich weiß, ihr seid jetzt traurig, aber glaubt mir, es ist gut für euch, dass ich hingehe.“ Was bitte war „gut“ an dem, was Jesus da Schreckliches erleiden musste? Was meinte er, als er sagte: „Das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden“?

Es gibt mittlerweile unzählige führende Theologen, die der Passion Jesu nichts Gutes mehr abgewinnen können, die seine Passion gar für sinnlos und entbehrlich, ja, die sie aus heutiger Sicht für unnötig und für einen fatalen Fehler Jesu erachten. Desgleichen auch den Gedanken unserer Errettung durch die Passion Jesu. Ich weiß nicht, ob Sie dazugehören. Ganz abgesehen davon, dass ich mich frage, welchen Sinn dann überhaupt das Sakrament der Eucharistie bzw. das Ritual des Abendmahls mit den Einsetzungsworten Jesu noch haben soll? Aber das nur am Rande.

Ich selbst bin überzeugt, dass die Passion Jesu das Kernstück seiner Lehre bildet, so wie er es selbst sagt: „Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde! Doch darum bin ich in die Welt gekommen.“ Mat 12, 27 Betrachtet man hingegen alle Selbstaussagen Jesu, seine Passion betreffend, als grundlegend und als essenziellen Teil seiner Mission, so eröffnet sich uns ein vollkommen neues Gottes- und Menschenbild: Jesus hatte ein Bewusstsein, das um Gottes Wirken in ausnahmslos allen Geschehnissen wusste. („Da nun Jesus alles wusste, was ihm begegnen sollte …“ Joh 18,4) Und dieses Bewusstsein machte ihn fähig, Gottes Willen auch in seiner Passion zu erkennen und diese aus Gott zu empfangen – uns zum Vorbild. Was heißt das? Es bedeutet, dass dort, wo wir selbst mit Unrecht, Krankheit, Schwäche, Leid und Tod konfrontiert werden, wir wie Jesus den Willen Gottes darin suchen sollen, damit diese Bereiche gut werden können. 

In diesem Zusammenhang ist der wesentliche und alles verändernde Aspekt der Botschaft Jesu der folgende: Böses kann und wird niemals gut werden können ohne unser Vertrauen in denjenigen, der alle Dinge wirkt. Ohne zuversichtliche Einwilligung den Dingen gegenüber, denen wir ausgeliefert sind oder denen wir ohnmächtig gegenüberstehen, bleiben diese Geschehnisse dunkel, ungerecht, sinnlos und böse. Unsere persönliche Einwilligung in das Unabänderliche ist der Schlüssel zu unserem persönlichen Trost. Diese Einwilligung ist das Kernstück der Botschaft Jesu und sie fand bezeichnenderweise an einem Ort statt, der den Namen (Gethsemane) „Ölpresse“ trägt. Das „Öl“, das hier im metaphorischen Sinn unter unerhörtem „Druck“ gewonnen wurde, ist das Öl des Gesalbten, des Christus.

Mit anderen Worten: Weder Sie noch ich, noch sonst irgendjemand kann einem Unglücklichen sagen, wie er mit erlittenem Unrecht umgehen soll, damit es gut wird. Eine solche Anweisung wäre Zynismus. Wir können daher nur auf Jesus Christus verweisen, darauf, wie er mit Feindschaft, Unrecht, Leid und Tod umgegangen ist. Wir können nur auf seine Worte der Einwilligung hören: Da sprach Jesus zu ihnen: Und ging hin ein wenig, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist’s möglich, so gehe dieser Kelch von mir; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst! Mat 26,38 Und daher, so paradox das klingen mag: Jesus Christus hat sich in seiner Passion unser erbarmt. In Jesus Christus hat uns Gott aufgezeigt, wie er das Böse überwindet, nämlich indem er dem Sinnlosen Sinn, Geist und Bedeutung (sich selbst) verleiht. Denn alles, was Geist und Sinn erfährt, das hört eben dadurch auf, böse zu sein.

Was heißt das für uns Menschen? Hier hat ein Mensch (Jesus, des Menschen Sohn) für sich ganz persönlich und individuell entschieden, dass dem schrecklichen Unrecht, das er erfahren sollte, eine tiefe Bedeutung innewohnt und dass diese Bedeutung allein durch seine persönliche Einwilligung in dieses Unrecht &quot;werden&quot; konnte. Uns zum Vorbild hat Jesus das getan: Damit nun auch wir, wie Jesus zu jener Gewissheit kommen können, dass alles, was wir in dieser Zuversicht auf uns nehmen, Sinn und Bedeutung erfahren wird. Denn Gott ist ein Synonym für Leben, Geist und Sinn.

Es könnte hier jetzt noch vieles ausführlicher gesagt werden, aber ich möchte es für heute dabei belassen und grüße Sie sehr herzlich in die Nacht.

Ihr Elmar Wieland Vogel]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2747">Klaus Straßburg</a>.</p>
<p><strong>Lieber Herr Straßburg,</p>
<p>hier die Fortsetzung meiner Antwort bezüglich Ihrer Kritik das Böse betreffend:</p>
<p>Ihre Sichtweise gegenüber dem Bösen, lässt sich in einem Gedanken zusammenfassen: Böses kann dort nicht mehr gut werden, wo es für zu schrecklich, zu ungerecht, zu willkürlich, zu absurd, wo es für zu sinnlos empfunden wird. Und genau genommen haben Sie damit auch recht. Denn es ist tatsächlich an dem, dass unsere persönliche Empfindung darüber entscheidet, ob Böses entschuldbar sein kann, ob es noch vergeben werden kann oder eben nicht mehr. Aber was bedeutet das in letzter Konsequenz? Es bedeutet, dass wir selbst es sind, die wir das Maß festlegen, was entschuldbar ist und was nicht, und zwar jeder Mensch für sich ganz persönlich und individuell. Mit Ihrem Beispiel, von einer Frau, die von ihrem Mann zum Krüppel geschlagen wurde, ziehen Sie Ihre ganz persönliche Grenze, wo Böses Ihres Erachtens nicht mehr gut werden kann – wo es unentschuldbar bleiben muss. </p>
<p>Wenn ich Ihre Auffassung hier also richtig wiedergegeben habe (und bitte korrigieren Sie mich bitte, wenn dies nicht der Fall sein sollte) dann bitte ich Sie als Theologe, mir die folgenden Fragen zu beantworten: Welchen Sinn hatten Verrat, Verleumdung, Folter und Hinrichtung – kurz das vollkommen sinnlose Unrecht, das Jesus von seinen Feinden erdulden musste? War das, was die Menschen Jesus da angetan haben, Ihrer Meinung nach nicht zu schrecklich, zu ungerecht, zu willkürlich, zu absurd, zu sinnlos, als dass es jemals hätte vergeben werden können? Was konkret unterscheidet Ihrer Ansicht nach das Unrecht, das Jesu erleiden musste vom Unrecht, das jener Frau angetan wurde?</p>
<p>Und die Vergebung betreffend: Weshalb vergibt Jesus seinen Feinden am Kreuz? Weshalb erklärt er am Vorabend seiner Verhaftung: „Ich weiß, ihr seid jetzt traurig, aber glaubt mir, es ist gut für euch, dass ich hingehe.“ Was bitte war „gut“ an dem, was Jesus da Schreckliches erleiden musste? Was meinte er, als er sagte: „Das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden“?</p>
<p>Es gibt mittlerweile unzählige führende Theologen, die der Passion Jesu nichts Gutes mehr abgewinnen können, die seine Passion gar für sinnlos und entbehrlich, ja, die sie aus heutiger Sicht für unnötig und für einen fatalen Fehler Jesu erachten. Desgleichen auch den Gedanken unserer Errettung durch die Passion Jesu. Ich weiß nicht, ob Sie dazugehören. Ganz abgesehen davon, dass ich mich frage, welchen Sinn dann überhaupt das Sakrament der Eucharistie bzw. das Ritual des Abendmahls mit den Einsetzungsworten Jesu noch haben soll? Aber das nur am Rande.</p>
<p>Ich selbst bin überzeugt, dass die Passion Jesu das Kernstück seiner Lehre bildet, so wie er es selbst sagt: „Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde! Doch darum bin ich in die Welt gekommen.“ Mat 12, 27 Betrachtet man hingegen alle Selbstaussagen Jesu, seine Passion betreffend, als grundlegend und als essenziellen Teil seiner Mission, so eröffnet sich uns ein vollkommen neues Gottes- und Menschenbild: Jesus hatte ein Bewusstsein, das um Gottes Wirken in ausnahmslos allen Geschehnissen wusste. („Da nun Jesus alles wusste, was ihm begegnen sollte …“ Joh 18,4) Und dieses Bewusstsein machte ihn fähig, Gottes Willen auch in seiner Passion zu erkennen und diese aus Gott zu empfangen – uns zum Vorbild. Was heißt das? Es bedeutet, dass dort, wo wir selbst mit Unrecht, Krankheit, Schwäche, Leid und Tod konfrontiert werden, wir wie Jesus den Willen Gottes darin suchen sollen, damit diese Bereiche gut werden können. </p>
<p>In diesem Zusammenhang ist der wesentliche und alles verändernde Aspekt der Botschaft Jesu der folgende: Böses kann und wird niemals gut werden können ohne unser Vertrauen in denjenigen, der alle Dinge wirkt. Ohne zuversichtliche Einwilligung den Dingen gegenüber, denen wir ausgeliefert sind oder denen wir ohnmächtig gegenüberstehen, bleiben diese Geschehnisse dunkel, ungerecht, sinnlos und böse. Unsere persönliche Einwilligung in das Unabänderliche ist der Schlüssel zu unserem persönlichen Trost. Diese Einwilligung ist das Kernstück der Botschaft Jesu und sie fand bezeichnenderweise an einem Ort statt, der den Namen (Gethsemane) „Ölpresse“ trägt. Das „Öl“, das hier im metaphorischen Sinn unter unerhörtem „Druck“ gewonnen wurde, ist das Öl des Gesalbten, des Christus.</p>
<p>Mit anderen Worten: Weder Sie noch ich, noch sonst irgendjemand kann einem Unglücklichen sagen, wie er mit erlittenem Unrecht umgehen soll, damit es gut wird. Eine solche Anweisung wäre Zynismus. Wir können daher nur auf Jesus Christus verweisen, darauf, wie er mit Feindschaft, Unrecht, Leid und Tod umgegangen ist. Wir können nur auf seine Worte der Einwilligung hören: Da sprach Jesus zu ihnen: Und ging hin ein wenig, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist’s möglich, so gehe dieser Kelch von mir; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst! Mat 26,38 Und daher, so paradox das klingen mag: Jesus Christus hat sich in seiner Passion unser erbarmt. In Jesus Christus hat uns Gott aufgezeigt, wie er das Böse überwindet, nämlich indem er dem Sinnlosen Sinn, Geist und Bedeutung (sich selbst) verleiht. Denn alles, was Geist und Sinn erfährt, das hört eben dadurch auf, böse zu sein.</p>
<p>Was heißt das für uns Menschen? Hier hat ein Mensch (Jesus, des Menschen Sohn) für sich ganz persönlich und individuell entschieden, dass dem schrecklichen Unrecht, das er erfahren sollte, eine tiefe Bedeutung innewohnt und dass diese Bedeutung allein durch seine persönliche Einwilligung in dieses Unrecht &#8222;werden&#8220; konnte. Uns zum Vorbild hat Jesus das getan: Damit nun auch wir, wie Jesus zu jener Gewissheit kommen können, dass alles, was wir in dieser Zuversicht auf uns nehmen, Sinn und Bedeutung erfahren wird. Denn Gott ist ein Synonym für Leben, Geist und Sinn.</p>
<p>Es könnte hier jetzt noch vieles ausführlicher gesagt werden, aber ich möchte es für heute dabei belassen und grüße Sie sehr herzlich in die Nacht.</p>
<p>Ihr Elmar Wieland Vogel</strong></p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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		<title>
		Von: Klaus Straßburg		</title>
		<link>https://christophilos.de/die-theodizee-frage/#comment-2747</link>

		<dc:creator><![CDATA[Klaus Straßburg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Apr 2023 18:36:31 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://christophilos.de/?p=7466#comment-2747</guid>

					<description><![CDATA[Für jetzt nur soviel: Wenn Sie unter &quot;Prinzip&quot; ein Wesensmerkmal Gottes verstehen oder eine Gottesvorstellung, kann ich damit mehr anfangen. Die Theologie spricht von Eigenschaften Gottes. Der Begriff &quot;Prinzip&quot; klingt mir zu sehr nach etwas bloß Gedachtem, nach einem Denkergebnis. Gott ist aber, wie ich schon sagte, für mich ein Gott der Geschichte, ein lebendiger Gott, der sich in der Geschichte Jesu Christi gezeigt hat, der einen Weg in und mit der Weltgeschichte geht, ein Gott, der sich nicht auf Denkergebnisse oder in der Welt ablesbare Prinzipien reduzieren lässt. Aber vielleicht sind wir da gar nicht so weit auseinander - ich bin aber nicht sicher .

Herzlichst
Klaus Straßburg]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für jetzt nur soviel: Wenn Sie unter &#8222;Prinzip&#8220; ein Wesensmerkmal Gottes verstehen oder eine Gottesvorstellung, kann ich damit mehr anfangen. Die Theologie spricht von Eigenschaften Gottes. Der Begriff &#8222;Prinzip&#8220; klingt mir zu sehr nach etwas bloß Gedachtem, nach einem Denkergebnis. Gott ist aber, wie ich schon sagte, für mich ein Gott der Geschichte, ein lebendiger Gott, der sich in der Geschichte Jesu Christi gezeigt hat, der einen Weg in und mit der Weltgeschichte geht, ein Gott, der sich nicht auf Denkergebnisse oder in der Welt ablesbare Prinzipien reduzieren lässt. Aber vielleicht sind wir da gar nicht so weit auseinander &#8211; ich bin aber nicht sicher .</p>
<p>Herzlichst<br />
Klaus Straßburg</p>
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