Jesus and the child

Das überkonfessionelle Blog
mit geistigen Impulsen
aus der Botschaft Jesu

Die Botschaft Jesu als Weisheitslehre

Über das Projekt Christophilos

Was wäre, wenn die Lehre Jesu kein kirchlicher Gesetzeskatalog wäre – sondern eine radikale Weisheitslehre, die sich vernünftig begründen lässt?

Christophilos liest die Botschaft Jesu überkonfessionell: nicht als dogmatischen Besitz einer Institution, sondern als existenziellen Kern, der Christen, Suchende und Zweifler gleichermaßen angeht. Der einzige Maßstab sind die Worte und der konkrete Weg, den Jesus ging.

Im Tiefsten ist diese Botschaft eine Erkenntnislehre und eine Lehre der Vernunft: Sie argumentiert, statt zu verordnen. Sie stiftet Versöhnung, weil sie nicht auf menschlicher Willkür beruht. Wäre sie beliebig, ließe sich in ihrem Sinne weder schlüssig denken noch argumentieren. Deshalb bleibt dieser Ansatz konsequent undogmatisch – und offen für jede ehrliche Frage.

Das ist keine neue Erfindung, sondern die Rückkehr zur ursprünglichen Übung der Philos-Sophia: der leidenschaftlichen Freundschaft zur Weisheit. Wie Paulus undogmatisch schreibt:

In Gott liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen.“ (Kolosser 2,3)

Geistige Autorität entsteht hier nicht durch Amt oder Tradition. Jesus selbst befreit aus der Knechtschaft und beruft zur Freundschaft:

„Ich nenne euch nicht mehr Knechte … sondern Freunde habe ich euch genannt.“ (Johannes 15,15)

Christophilos ist eine unabhängige, private Initiative – frei von institutioneller Vereinnahmung. Es ist der Versuch, die ursprüngliche Radikalität der Botschaft Jesu so freizulegen, dass man ihr im Geiste folgen – oder ihr begründet widersprechen – kann. Denn beides gehört zu einem lebendigen Erkenntnisweg.

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12 Kommentare zu „Das überkonfessionelle Blog mit geistigen Impulsen aus der Botschaft Jesu“

  1. Adelheid

    Hallo lieber Christophilos,
    freue mich schon auf weitere neue Beträge. Sie geben mir immer eine verständliche Sicht auf die christliche Botschaft und ich empfinde es für mich stimmig. Habe mir für heute vorgenommen die Weihnachtsgeschichte zu lesen.
    Das Bild über deinem Weihnachtslied gefällt mir besonders gut.
    Lieben Gruß Adelheid

    1. Liebe Adelheid,
      vielen Dank für Dein Interesse und die wohlwollenden Worte hier.
      Es freut mich, dass dich die Texte hier ansprechen. Bleibe mir gewogen.
      Herzlichst Elmar

  2. Kann man Christliches undogmatisch erzählen? Sind nicht Sündenvergebung, Auferstehung, Ewiges Leben und viele andere Dinge Dogmen in unserem Glauben, ohne die es ihn nicht gibt?

    1. Lieber Herr Gigerich, vielen Dank für Ihren Kommentar. Ja, die christliche Lehre ist undogmatisch, schlüssig und plausibel. Die Lehre von der Vergebung unserer Sünden beruht ursächlich auf unserer eigenen Bereitschaft zu vergeben. Der Glaube an die Auferstehung beruht auf der Erkenntnis, dass die Wahrheit, welche sich in aller Wirklichkeit ausdrückt, zeitlos-ewig ist. Die Wirklichkeit selbst überdauert alle Zeit. Da nun Jesus in seiner Passion in alle Wirklichkeit einwilligte, selbst in die ungerechte und leidvolle, konnte er nicht sterben. Warum? Weil er durch seine Einwilligung eins wurde mit aller Wirklichkeit – eins wurde mit Gott, der die Ursache aller Wirklichkeit ist und der alle Dinge wirkt. Wer so eins geworden ist mit Gott, dessen Niedergang, wird zu einem Teil der Wirklichkeit, die Gott selbst ist und daher muss dieser Niedergang zum Auftakt neuen Lebens werden. Darauf beruht das Prinzip der Schöpfung aller zeitlosen Wirklichkeit. Wäre es anders, so könnte so etwas wie die Wirklichkeit weder fortdauern noch existieren. Ebenso, wenn die Wirklichkeit gegen sich selbst gerichtet wäre, sie könnte nicht existieren. Aber Gott und Wirklichkeit sind unteilbar eins. Gott ist ein ungeteilter, ein einiger Gott, (5. Mose 6,4) der nicht im Widerspruch zu sich selbst steht. Der Glaube an ein ewiges Leben beruht auf der Überzeugung, dass der Mensch und das menschliche Leben mehr ist als Äußerlichkeiten wie Essen, Trinken, Kleidung etc. Wo sehen Sie konkret noch andere Dinge, für die Sie ein Dogma notwendig halten?

  3. „Christophilos ist eine wertvolle Quelle für alle, die sich auf eine tiefgründige und gleichzeitig zugängliche Weise mit der Botschaft Jesu auseinandersetzen möchten. Der überkonfessionelle Ansatz, der die Weisheit und zeitlose Gültigkeit der christlichen Lehre betont, ist besonders bemerkenswert. Die philosophische Perspektive, die sich auf die inneren Essenzen der christlichen Botschaft konzentriert, spricht Menschen an, die an einem Dialog jenseits von Dogmen interessiert sind. Eine erfrischende und bereichernde Lektüre, die zum Nachdenken anregt!“

    1. Sehr geehrter Herr Eckrich, haben Sie herzlichen Dank für Ihren Kommentar, den ich allerdings leider erst heute entdeckt habe. Über Ihre positive Einschätzung meiner Beiträge habe ich mich sehr gefreut. Es ist für mich sehr tröstlich zu wissen, dass da draußen Menschen sind, die sich inhaltlich von den Dingen angesprochen fühlen, die mich im Innersten so sehr bewegen, dass ich sie hier öffentlich teile. Bleiben Sie meinem Anliegen gewogen!

  4. hto

    „Die Botschaft Jesu als Weisheitslehre“

    Es ist vielmehr die Mystik der Philosophie der Bibel, aus der Weisheit in Vernunft und geistig-heilendes Verantwortungsbewusstsein erwachsen soll, also das Äußere des Daseins wirklich-wahrhaftig verstehen, um das Innere in zweifelsfrei-eindeutige in Einklang mit der Schöpfung zu bringen/fusionieren, für … (zweitrangig – also nicht den zweiten vor dem ersten Schritt).

    1. Weshalb sollte das eine das andere mindern oder ausschließen?

  5. Ein sehr interessanter und wohltuend offener Ansatz. Besonders gefällt mir der Gedanke, die Botschaft Jesu nicht nur konfessionell oder dogmatisch zu betrachten, sondern auch als zeitlose Weisheitslehre, die Menschen zum Nachdenken, Prüfen und inneren Wachsen einlädt.

    Gerade in einer Zeit, in der religiöse Diskussionen oft schnell in Abgrenzung oder Rechthaberei münden, wirkt dieser überkonfessionelle und philosophische Zugang sehr wertvoll. Die Verbindung von Glaube, Vernunft, Gewissen und geistiger Suche kann helfen, die Worte Jesu wieder neu und tiefer zu entdecken.

    Danke für dieses idealistische Projekt und die Einladung zum Dialog. Solche Räume, in denen ernsthaft, respektvoll und offen über die geistige Tiefe des Christentums nachgedacht wird, sind heute wichtiger denn je.

    1. Lieber Leser,
      haben Sie ganz herzlichen Dank für Ihre wohltuende Rückmeldung! Es ist für mich immer wieder ein großer Lichtblick und sehr bestärkend, zu wissen, dass Menschen den eigentlichen Kern dieses idealistischen Projekts unvoreingenommen erkennen.

      Sie bringen es exakt auf den Punkt: Die Botschaft Jesu bietet weit mehr als nur religiöse Dogmen oder konfessionelle Abgrenzung; sie ist eine tiefgründige und zeitlose Weisheitslehre für alle Menschen. Im Kern ist sie eine Lehre der Vernunft, die auf absoluter geistiger Folgerichtigkeit basiert. Wenn wir aufhören, das Evangelium durch die Brille starrer kirchlicher Regelwerke zu betrachten, offenbart sich eine universelle Sichtweise, die uns eint und verbindet, statt uns in Rechthaberei zu trennen.

      Christliche Philosophie sucht niemals das Trennende, sondern immer das offene Gespräch, den Dialog und den geistigen Austausch – eben im besten Sinne des Wortes als Philos-Sophia, als echte Freundschaft zur Weisheit.

      Ich freue mich sehr, dass Sie diesen undogmatischen Zugang schätzen, und lade Sie herzlich ein, den Dialog jenseits von Dogmen hier mit mir weiterzuführen. Bleiben Sie meinem Anliegen gewogen!

      Herzlichst, Ihr Elmar Wieland Vogel

  6. Torsten Leucht

    Lieber Elmar,

    eine wirklich aufschlussreiche, umfassende und anschauliche Übersicht über die christliche Philosophie!
    Ich stöbere gerne auf Deiner Seite!

    Herzlichste Grüße und viel Kraft weiter dran zu bleiben..
    Torsten

    1. Lieber Torsten, vielen Dank für Deinen Kommentar! Es freut mich sehr, dass Du inhaltlich mitgehen kannst. Wenn Dir etwas widersprüchlich oder unklar erscheint, schreib mir jederzeit gerne – das ist mir wirklich wichtig. Herzlichst Elmar

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