Zeiten

Es gibt Zeiten, die mir sagen, wann ich reden muss
und dem kann ich mich nicht einfach widersetzen.
Da hör ich mich in meinem eignen Redefluß,
und höre wie sie ihre Klingen wetzen.

Refrain:
Es liegt ein dichter Nebel auf den Straßen,
und die Erde auf den Feldern atmet schwer.
Was aufgenommen hat in Übermaßen,
es bleibt am Ende dennoch tot und leer.

Es gibt Zeiten, die mir sagen, wann ich schweigen muss
und dem kann ich mich nicht einfach widersetzen.
Da hör ich leere Worte bis zum Überdruß,
und sehe sie in ihren eignen Netzen.

Refrain
Es liegt ein dichter Nebel auf den Straßen,
und die Erde auf den Feldern atmet schwer.
Was aufgenommen hat in Übermaßen,
es bleibt am Ende dennoch tot und leer.


Es gibt Zeiten, die mir sagen, wann ich lieben muss,
und dem kann ich mich nicht einfach widersetzen.
Denn die Liebe gibt sich stets im Überfluss,
und wer liebt, den kann sie nicht verletzen.

Refrain
Es liegt ein dichter Nebel auf den Straßen,
und die Erde auf den Feldern atmet schwer.
Was aufgenommen hat in Übermaßen,
es bleibt am Ende dennoch tot und leer.


Es gibt Zeiten, die mir sagen, wann ich gehen muss,
und dem kann ich mich nicht einfach widersetzen.
Und ist es auch ein Fortgang ohne Abschiedsgruß,
so weiß ich doch um jene, die mich schätzen.

Refrain
Es liegt ein dichter Nebel auf den Straßen,
und die Erde auf den Feldern atmet schwer.
Was aufgenommen hat in Übermaßen,
es bleibt am Ende dennoch tot und leer.


Es gibt Zeiten, die mir sagen, wann ich sterben muss,
und dem kann ich mich nicht einfach widersetzen,
und so setz ich immer wieder meinen Fuß,
in die Erde, ohne mich hetzen.

Refrain
Es liegt ein dichter Nebel auf den Straßen,
und die Erde auf den Feldern atmet schwer.
Was aufgenommen hat in Übermaßen,
es bleibt am Ende dennoch tot und leer.


Elmar Vogel - Oktober 2019

Einst und jetzt


Bis erfüllt sind alle Zeiten
liegt die Welt in Krieg und Streiten
Darum will ich mich nicht an sie binden.
Meine Ängste und mein Bangen,
all mein Hoffen und Verlangen,
sind mir Suchen und Erfüllungfinden.

Darum suche ich und finde
wie der Lahme, wie der Blinde,
ungeahnte helle Worte,
abgrundtiefe, dunkle Orte,
die noch keine Namen tragen.
Und die Antwort aller Fragen:
Wie das Häßliche und Schöne
mich mit dieser Welt versöhne?

Bis getan sind alle Taten
muss die Welt sich selbst verraten,
wird die ihren täuschen und verlieren.
Alles wahre, echte Handeln
wird die Wirklichkeit verwandeln,
wird sie überwinden und regieren.

Darum suche ich und finde
wie der Lahme, wie der Blinde,
ungeahnte helle Worte,
abgrundtiefe, dunkle Orte,
die noch keine Namen tragen.
Und die Antwort aller Fragen:
Wie das Häßliche und Schöne
mich mit dieser Welt versöhne?

Wenn verklungen das Gesagte
und gesagt was keiner wagte,
wird der Taube neue Worte hören,
dass die Krankheit und die Bürde,
aller Schmerz verwandelt würde
allen denen, die sich nicht empören.

Darum suche ich und finde
wie der Lahme, wie der Blinde,
ungeahnte helle Worte,
abgrundtiefe, dunkle Orte,
die noch keine Namen tragen.
Und die Antwort aller Fragen:
Wie das Häßliche und Schöne
mich mit dieser Welt versöhne?

Elmar Vogel 20. Juni 2021

Was bleibt

Der Tag zieht herauf und doch dunkelt es schon.
Die Felder sind weiß und die Frucht wiegt schwer.
Vage die Stunden der Ernte und Fron.
Schwarzes wird weiß und das Volle wird leer.

Refrain
Alles ist eitel und alles ist Wind,
doch was bleibt ist gewaltig und schwach
Im Schlafe liegt, was die Zeit mit sich nimmt
Nur das innere Auge bleibt wach.

Die Nacht bricht herein und ein Licht geht auf,
erfasst die Augen und Herzen zugleich.
Der Stern vollendet den himmlischen Lauf;
König wird Bettler, was arm ist wird reich.

Refrain
Alles ist eitel und alles ist Wind,
doch was bleibt ist gewaltig und schwach
Im Schlafe liegt, was die Zeit mit sich nimmt
Nur das innere Auge bleibt wach.

Das Leben beginnt im Schoße der Nacht;
erneut geboren aus Wasser und Geist.
Die Zuversicht hat ein Feuer entfacht,
das alles entblößt und den Stoff zerreißt.

Refrain
Alles ist eitel und alles ist Wind,
doch was bleibt ist gewaltig und schwach
Im Schlafe liegt, was die Zeit mit sich nimmt
Nur das innere Auge bleibt wach.

© Elmar Vogel 21. 4. 2021

Unterwegs

 Ich bin unterwegs zu neuen Ufern doch ich komme niemals an.
 Jeder Ankunft folgt ein neuer Abschied, jedes Ziel scheint ein Tyrann.
 Warum gehe ich so fest entschlossen, diesen ungewissen Weg?
 Warum quält mich diese bange Frage, wenn ich mich zur Ruhe leg?
   
 Refrain:
 Eines Tages, wenn die Ahnung der Gewissheit weicht,
 wenn die Illusion vergangen, werde ich vielleicht
 sagenhafte Räume, die ich nur im Traum gesehn,
 leise dann betreten und auf festem Boden stehn.

 Manchmal würde ich so gern verhindern, dass ein Augenblick verrinnt.
 Andern Augenblicken wieder wünscht ich, dass die Zeit sie mit sich nimmt. 
 Warum glaube ich in Widersprüchen läge ein verborgner Sinn?
 Warum muss ich unentwegt ergründen wie und wer ich wirklich bin?
   
 Refrain:
 Eines Tages, wenn die Ahnung der Gewissheit weicht,
 wenn die Illusion vergangen, werde ich vielleicht
 sagenhafte Räume, die ich nur im Traum gesehn,
 leise dann betreten und auf festem Boden stehn.
   
 Und so folg ich einer tiefen Sehnsucht, nach der heilen, bessren  Welt, 
 um mich wieder von ihr abzuwenden, wenn sie ihr Gesicht entstellt.
 Und ich frage mich, wie ist es möglich, dass die Hoffnung dennoch bleibt,
 ob das Licht das Dunkel überwindet und die Finsternis vertreibt?
   
 Refrain:
Eines Tages, wenn die Ahnung der Gewissheit weicht,
 wenn die Illusion vergangen, werde ich vielleicht
 sagenhafte Räume, die ich nur im Traum gesehn,
 leise dann betreten und auf festem Boden stehn. 
   
 14. Februar 2021 

Unterwegs – Audiodatei: Gitarre und Gesang: Elmar Vogel

Hörst du den Wind?

 Es liegt Geburt in dieser Welt,
 da alles Leben sich erneut.
 Der Wind weht wo es ihm gefällt,
 das Harte er gewiss zerstreut. 

Hörst du den Wind dort?
Vogelfrei  jagt er dahin,
trägt allen Staub fort,
was ziellos und ohne Sinn. 
   
 Es kommt und geht dahin der Wind 
 sein Ziel und Herkunft unbekannt.
 Ich selbst, ein unbekanntes Kind,
 bin doch mit ihm so eng verwandt.
   
 Spürst du den Wind nicht?
 unsichtbar rührt er die Welt.
 Seht wie der Turm bricht,
 Hohes schon bald niederfällt.
 
 Es bricht das Leben jetzt schon an
 für den, der zum Empfang bereit.
 Und wer die Zeichen deuten kann
 ist nun in Geist und Luft befreit. 
   
 Hörst du den Wind nun?
 Anhauch des ewigen Grunds.
 Ohne ein Zutun,
 weht auch der Geist über uns.

 Es kommt der Tod zu dir und mir,
 doch alles Sterben atmet Geist,
 und eines Tages werden wir
 erkennen, was nach oben weist.
   
 Kennst du den Wind jetzt? 
 Abbild der himmlischen Kunst. 
 Wer seine Kraft schätzt, 
 der steht auch in seiner Gunst. 
 
   
 © Elmar Vogel  21. 3. 2021                                 Text nach Johannes 3, 1-8
Hörst du den Wind (Audiodatei) Gitarre und Gesang Elmar Vogel – Altstimme Cosima Vogel

Als Bethlehem im Dunkel lag

(Ein Weihnachtslied)

Als Bethlehem im Dunkel lag
und Hirten hielten stille Wacht,
da ward es plötzlich heller Tag;
ein Licht erstrahlt in tiefster Nacht.
Und Klarheit, hoch von oben her,
verklärt nun Trauer, Leid und Tod;
Was ungeliebt und hart und schwer
– notwendig wird jetzt alle Not.

Als Dunkelheit die Welt umfing
und Blindheit alle Augen schlug
als Gottes Sohn am Kreuzstab hing,
den er hinauf zum Richtplatz trug.
Da hat erhellt den dunklen Sinn,
der uns in Not und Angst gebracht,
sein Wort, das schon vor Anbeginn,
durchdrungen hat die finstre Nacht.

So hat der Sohn uns kundgetan,
wie alles Leben ewig währt,
nahm auf sich Tadel, Schuld und Scham,
hat neu zu sterben uns gelehrt.
So nehmt, in seinem Geist und Sinn,
das eigene Kreuz nun täglich auf,
Denn Gottes Sohn ist der Ichbin*,
der führt die Welt zum Licht hinauf.

*2. Mose 3,14 bzw. Joh. 8,24

© Elmar Vogel 2. Dezember 2020