Kategorie: Exegese

  • Was ist christlicher Glaube?

    Was ist christlicher Glaube?

    Eine Rückbesinnung auf die Worte Jesu

    In diesem Beitrag möchte ich bewusst zurückgehen zu den Worten Jesu selbst und zeigen, wie der Begriff „Glaube“ laut seinen Aussagen zu verstehen ist. Ohne dogmatische Brille, einfach und direkt.

    Grundsätzliches zum Glaubensbegriff

    Glauben heißt, nicht wissen. Stimmt das?

    Tatsächlich wird der Begriff Glaube im Deutschen auf zweierlei Weise verwendet:

    • Als Mutmaßung: „Ich glaube, dass morgen schönes Wetter wird.“
    • Als Vertrauensbekundung: „Dem Zeugen, der mir den Hergang geschildert hat, glaube ich.“

    Betrachtet man den Zusammenhang, in welchem Jesus vom Glauben spricht, so ist der christliche Glaubensbegriff der zweiten Kategorie zuzuordnen. Insofern verfehlt der Spruch „Glauben heißt nicht wissen“ die Bedeutung des christlichen Glaubensbegriffs. Jesus sieht sich selbst und jene, die um die geistige Dimension dieses Daseins wissen, als Teilhaber einer übergeordneten Wirklichkeit. Was sie dort „gesehen“ haben, macht sie zu unmittelbaren Zeugen dieser Wirklichkeit. Einer Wirklichkeit, die über das Vordergründige hinausweist.

    Amen, amen, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben, und ihr nehmt unser Zeugnis nicht an. ( Joh 3,11)

    Glaube bedeutet: die Lehre Jesu für wahr halten

    Eine erste, ganz klare Definition des Glaubens lautet schlicht: Glaube bedeutet, die Lehre Jesu für wahr zu halten. Diese Bestimmung ist so grundlegend, dass sie von fast allen Christen – unabhängig von der Konfession – akzeptiert wird. Und sie folgt unmissverständlich aus den Worten Jesu selbst:

    „Wenn ihr an meinen Worten festhaltet, dann seid ihr wirklich meine Jünger. Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“ (Joh 8,31)

    Doch was genau folgt aus diesen Worten Jesu? Tatsächlich ist die Lehre, die sich unmittelbar aus seinen Worten ergibt, sehr einfach und schlicht. Sie lässt sich in wenigen Hauptpunkten zusammenfassen.

    Glaube ist Liebe zu Gott

    Das klingt auf den ersten Blick banal und für viele abgedroschen. Um zu verstehen, was Jesus wirklich meint, müssen wir zuerst klären, was er überhaupt unter „Gott“ versteht. Auf die Frage eines Pharisäers nach dem höchsten Gebot antwortet Jesus:

    „Höre Israel, unser Gott ist ein einiger Gott.“
    „Höre Israel, unser Gott ist nur einer.“
    „Höre, Israel, unser Gott ist ein einziger.“

    Alle diese Lesarten sind hier möglich. Und weiter:

    „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und erste Gebot.“ (Mk 12,29 bzw. 5. Mose 6,4)

    Diese Aussage über Gott stimmt mit anderen biblischen Gotteserklärungen überein:

    „Ich bin der JHWH, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir.“ (Jes 45,5
    „Ich bin der JHWH, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ (2. Mose 20,2-3)

    Glaube bezeichnet insofern Liebe zu einem Gottesbild, in dem weder Teilung, noch Trennung noch Widerspruch, noch Konkurrenz noch ein Gegenpart oder Gegenspieler zu Gott existieren.

    Glaube an Gott ist Glaube an die Wahrheit

    Für Jesus war „Gott“ aber auch ein anderes Wort für den Begriff der Wahrheit und das Leben selbst. Das wird besonders deutlich in seiner Aussage vor Pilatus:

    „Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.“ (Joh 18,37

    Jesus hätte hier genauso gut sagen können: „Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich von Gott Zeugnis ablege. Wer aus Gott ist, der hört meine Stimme.“ Der Inhalt wäre identisch. Doch hätte er „Gott“ gesagt, so hätte Pilatus vermutlich gefragt: „Von welchem der vielen Götter sprichst du?“ Jesus vermeidet diese Relativierung bewusst. Sein Gottesverständnis ist ja universal: Gott und Wahrheit sind für ihn Synonyme.

    Inwiefern gleichen sich Gott und Wahrheit?

    Die Aussage, dass Gott und Wahrheit Synonyme sind, schließt nahtlos an die vorherige Definition an, nämlich dass Gott einzig, eins, ungeteilt und unteilbar ist. Ebenso trifft das auch auf die Wahrheit zu. Wahrheit ist definitionsgemäß das Gegenteil von Unwahrheit. Unwahrheit stellt aber keine echte Alternative oder Bedrohung für die Wahrheit dar. Die Wahrheit lässt sich durch Widerspruch nicht schwächen, verletzen oder vernichten. Genau das gilt auch für Gott. In diesem Sinn schreibt der Apostel Paulus:

    „Denn wir können nichts gegen die Wahrheit, sondern (nur) für die Wahrheit.“ (2. Kor 13,8)

    Glaube bedeutet demnach: Liebe zur Wahrheit, worin die Liebe zu Gott eingeschlossen ist, wie wir oben gesehen haben.

    Glaube ist Liebe zur Wahrheit – und zu unserem Nächsten

    Gottes- und Nächstenliebe sind für Jesus nicht zwei getrennte Dinge, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Auf die Frage nach dem höchsten Gebot antwortet er:

    „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und erste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“ (Mt 22,37–40)

    Glaube ist Liebe zu unserem Nächsten – ob Freund oder Feind.

    Die Aufforderung, Gott und den Nächsten zu lieben, bedeutet nichts anderes als die radikale Annahme unserer gesamten, ungeteilten Wirklichkeit. Also auch jener Bereiche, die nicht nur Angenehmes und Freudvolles für uns bereithalten, sondern ebenso Leidvolles, Beschwerliches und Bedrohliches.

    Wenn Jesus uns auffordert, auch das zu lieben, was uns hasst, dann meint er damit nichts Geringeres, als anzuerkennen, dass Gott alle Geschehnisse ins Dasein ruft – die „guten“ wie die „schlechten“. Das zeigt sich besonders klar in der Bergpredigt:

    „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.‘ Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für diejenigen, die euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel; denn er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. … Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ (Mt 5,43-48)

    Genau hier liegt wohl die zentralste Aussage der Lehre Jesu:

    Ganzheit und Vollkommenheit entstehen durch die Annahme der Wirklichkeit in ihrer Gesamtheit.

    Warum? Weil Gott und Wirklichkeit unteilbar sind.

    Glaube ist das Vertrauen, dass Gott uns in ausnahmslos allen Geschehnissen begegnet, und das heißt, dass Gott auch in unseren Feinden, in Ungerechtigkeit, Leid und Tod gegenwärtig ist, soweit wir fähig sind, das zu fassen. Dieser Glaube ist es, der die Welt allein dadurch verändert, dass wir unsere Sichtweise den Dingen gegenüber grundlegend ändern.

    Der Glaube an die Erlösungstat Jesu

    Dass Jesus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist, wird in allen christlichen Kirchen gleichermaßen als Glaubensgrundlage gelehrt, aber was genau soll man darunter verstehen?

    Der Glaube an die Erlösungstat Jesu folgt konsequent und schlüssig aus dem oben Gesagten. Er folgt sowohl aus dem, was Jesus lehrte, als auch aus dem, wie Jesus angesichts von Unrecht, Leid und Tod handelt.

    Gemäß dem Gottesbild Jesu, das ein unteilbares, einiges, einziges und widerspruchsfreies ist, folgt, dass außer Gott nichts existiert. Hieraus wiederum folgt, dass Gott allmächtig ist und ihm absolut nichts widerstehen, bedrohen, verletzen oder vernichten kann. In dieser Glaubensgewissheit willigt Jesus in seine Passion ein, und er bezeichnet diese Einwilligung in seine Passion als das Einswerden mit Gott.

    „Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen ineins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst.“ (Joh 17,22–23)

    Glauben heißt, eins werden mit Gott

    Die Ursächlichkeit von Schuld und Vergebung beruht auf einer der tiefgründigsten und konsequentesten geistigen Gesetzmäßigkeiten in der Lehre Jesu. Um vor Gott gerecht zu werden, bedarf es keiner äußeren Tadellosigkeit oder der rigiden Erfüllung eines Gesetzeskatalogs. Wahre Gerechtigkeit entspringt paradoxerweise gerade der schonungslosen Einsicht in unsere eigene Unvollkommenheit.

    Unsere menschliche Schwäche, unsere Fehlbarkeit und unsere Schuld sind keine bloßen Betriebsunfälle der Schöpfung, sondern sie besitzen einen tiefen, transzendenten Sinn.

    Gott hat uns als Sünder geschaffen, damit wir durch unsere eigene Unvollkommenheit Barmherzigkeit lernen.

    Erst die aufrichtige Selbsterkenntnis, dass wir selbst bedürftig, schwach und auf Gnade angewiesen sind, befähigt uns dazu, die Schwächen und Irrtümer unseres Mitmenschen nicht unbarmherzig zu verurteilen, sondern ihm zu vergeben.

    Hierin offenbart sich die zwingende Ursächlichkeit der göttlichen Vergebung: Der objektive Wille Gottes zur Vergebung liegt unmittelbar in der subjektiven Vergebungsbereitschaft des Menschen begründet. Jesus bringt dies im Vaterunser unmissverständlich zum Ausdruck:

    „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“

    Gottes Vergebung ist vollkommen abhängig von der Vergebung, die wir selbst bereit sind zu üben. Vergeben wir unserem Nächsten aus der Einsicht unserer eigenen Mangelhaftigkeit heraus, so muss Gott uns vergeben – er kann nicht anders, da wir in diesem Akt der Barmherzigkeit das Wesen Gottes angenommen haben und Gott selbst in uns und durch uns handelt.

    Durch die geübte Vergebung verliert die eigene Schuld ihren schädlichen Charakter; sie hat uns dazu gedient, barmherzig zu werden, und ist damit im Geist überwunden.

    Genau in dieser Einsicht und inneren Wandlung (Metanoia) wird der Mensch vor Gott gerecht.

    Inwiefern korrespondiert diese Auffassung mit dem Begriff „Glaube“? Glaube im Sinne Jesu ist kein blindes Abnicken kirchlicher Dogmen oder ein unreflektierter Gehorsam gegenüber Institutionen. Was ist der Glaube anderes, als die Liebe zur Wahrheit?

    Christlicher Glaube ist das unerschütterliche Vertrauen darauf, dass Gott ausnahmslos alle Dinge wirkt und dass uns selbst das Ungerechte, Leidvolle und unsere eigene Sündhaftigkeit zum Besten dienen, wenn wir bereit sind, den Willen Gottes darin zu suchen und zu erkennen.

    Zu glauben bedeutet, darauf zu vertrauen, dass durch unsere innere Einwilligung und unsere Bereitschaft zur Vergebung das scheinbar Sinnlose und Böse unverhofft Geist und Sinn erfährt.

    Der Glaube ist somit die innere Gewissheit, dass in dem Moment, in dem wir die Geisteshaltung Jesu annehmen und auf Verurteilung verzichten, die Welt überwunden ist. Wer auf diese geistige Gesetzmäßigkeit vertraut und danach handelt, übt wahren Glauben aus und findet darin seine Erlösung.

    Der Glaube an die Auferstehung

    Wenn wir das Wunder der Auferstehung Jesu betrachten, suchen viele Menschen nach historischen Beweisen, nach leeren Gräbern oder Augenzeugenberichten. Doch der wahre christliche Glaube an die Auferstehung bedarf solcher äußerer, zeitgebundener Krücken nicht. Er beruht vielmehr auf einer tiefen geistigen Folgerichtigkeit – auf der Erkenntnis, dass die Wahrheit, welche sich in aller Wirklichkeit ausdrückt, zeitlos und ewig ist.

    Wie lässt sich dieses Prinzip der Auferstehung schlüssig und plausibel jenseits von kirchlichen Dogmen erklären? Der Schlüssel liegt im Verständnis der Passion. Jesus willigte in seinem Leiden vollkommen in die Wirklichkeit ein, selbst in ihre zutiefst ungerechten, beschwerlichen und leidvollen Aspekte. Er nahm dieses Schicksal im unerschütterlichen Vertrauen auf Gott an und fand den göttlichen Willen genau dort, wo der menschliche Verstand nur Sinnlosigkeit und Grausamkeit vermutet. Und genau hier geschieht das Wesentliche:

    Weil Jesus durch seine bereitwillige Einwilligung eins wurde mit aller Wirklichkeit, wurde er eins mit Gott, der die Ursache aller Wirklichkeit ist und der alle Dinge wirkt.

    Daraus ergibt sich für den Erkennenden die unabänderliche geistige Konsequenz: Wer auf diese Weise eins mit Gott geworden ist, kann im eigentlichen Sinne nicht sterben.

    Alles, was dem göttlichen Willen vollkommen unterliegt und worin Gottes Wirken erkannt wird, erfährt einen tiefen, unzerstörbaren Sinn. Wer so eins geworden ist mit Gott, dessen scheinbarer Niedergang wird zu einem Teil der Wirklichkeit, die Gott selbst ist. Und da Gott reines Leben und reiner Geist ist, muss dieser Niedergang zwingend zum Auftakt neuen Lebens werden.

    Darauf beruht das Prinzip der Schöpfung aller zeitlosen Wirklichkeit. Die Wirklichkeit selbst überdauert alle Zeit. Wäre es anders – wäre die Wirklichkeit gegen sich selbst gerichtet –, so könnte so etwas wie die Wirklichkeit weder fortdauern noch überhaupt existieren. Aber Gott und Wirklichkeit sind unteilbar eins, das heißt, Gott steht nicht im Widerspruch zu sich selbst. Die Auferstehung ist demnach kein unbegreiflicher magischer Akt, sondern die vollkommene, geistige Logik der bedingungslosen Hingabe. Was einen derart tiefen Sinn gefunden hat, ist lebendig geworden und bleibt es in Ewigkeit.

    Wer diese geistige Gesetzmäßigkeit begreift, der hat das Prinzip der Auferstehung nicht nur verstanden, sondern er fängt an, selbst daran teilzuhaben:

    „Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“ Joh 5, 24

    Fazit

    Christlicher Glaube nach Jesus ist keine komplizierte Dogmatik und kein kirchliches Bekenntnis. Er ist die einfache, mutige Entscheidung, die Wahrheit zu lieben – auch dort, wo sie wehtut. Er ist die Bereitschaft, die ganze unabänderliche Wirklichkeit anzunehmen, um darin Gott selbst zu erkennen und Barmherzigkeit üben zu können. Wer so glaubt, wird frei. Nicht weil das Leben plötzlich leicht wird, sondern weil er inmitten aller Widersprüche in der einen, unteilbaren Wahrheit ruht.

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  • War Jesus politisch?

    War Jesus politisch?

    Jesu Botschaft vom geistlichen Widerstand

    Heute erleben wir eine massive Vereinnahmung der Person Jesu und seiner Lehre für ganz unterschiedliche – oft gegensätzliche – politische Ziele. Das geschieht in verschiedenen Kirchen und Konfessionen gleichermaßen. Eine detaillierte Aufzählung spare ich mir, denn das Phänomen ist allgemein bekannt. Unbestritten ist: Jesu Lehre stand im Widerspruch zu den Vorstellungen weltlicher Machthaber. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

    Jesus war kein Weltverbesserer

    Nirgends in den Evangelien fordert Jesus zu aktivem politischem Widerstand gegen die Machthaber oder zu einem Kampf gegen soziale Ungerechtigkeiten auf. Er gehörte nicht den Zeloten an, die einen bewaffneten Aufstand gegen die römische Besatzungsmacht organisierten. Seine Botschaft war auch keine Anleitung zur Schaffung einer sozial gerechteren Gesellschaftsordnung. Was Jesus verkündete und selbst lebte, war von vollkommen anderer Art, wie es bei näherer Betrachtung seiner Aussagen deutlich wird.


    Die Frage nach der Steuer

    Die gängige Interpretation

    Eine weitverbreitete Lesart sieht in Jesu Antwort auf die Fangfrage seiner Gegner – „Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht?“ – eine politische Positionierung. Dabei besteht ein weitverbreitetes Missverständnis darin, dass Jesus mit seiner Antwort „So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“ (Mt 22,21) das Erbringen einer Christenpflicht gegenüber dem Staat gemeint habe. Wäre dies der Fall, so hätte er die Frage ohne Umschweife mit einem „Ja“ beantworten können. Das hat er aber nicht getan.

    Jesu Antwort im Detail

    Jesu unmittelbare Reaktion auf die Frage der Pharisäer ist allerdings eine Gegenfrage seinerseits: „Ihr Heuchler, warum versucht ihr mich?“ Nachdem er verdeutlicht hatte, wie er die Frage seiner Gegner einordnete, lässt er sich eine Steuermünze zeigen und fragt, wer darauf abgebildet sei. Auf die Erklärung, dass es der Kopf des Kaisers sei, antwortet Jesus, dass dem Kaiser zu geben sei, was er als das Seine betrachte und beanspruche – dass man jedoch Gott geben soll, was das Seine sei.

    Die ausbleibende Nachfrage der Pharisäer

    Was aber beansprucht Gott denn als das Seine? Diese Frage hätte von den Pharisäern eigentlich unmittelbar folgen müssen, wenn es ihnen tatsächlich um die Sache Gottes gegangen wäre, wie sie nach außen hin vorgaben. Doch sie ließen Jesus stehen und gingen, da ihr Plan gescheitert war, Jesus als Rebell gegen Rom denunzieren zu können.

    Die Unvereinbarkeit zweier Prinzipien

    Jesus lehrt in seinen Worten: „So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“ (Mt 22,21) eine klare Trennung und Unterscheidung zwischen zwei grundlegend verschiedenen Bereichen des Lebens: dem äußeren, zeitlichen und vergänglichen einerseits und dem inneren, ideellen und ewigen andererseits. Diese beiden Prinzipien sind unvereinbar – man kann nicht gleichzeitig beiden voll dienen.

    Gott und Mammon – die unmögliche Doppelherrschaft

    Jesus bringt dies auf den Punkt:

    „Kein Knecht kann zwei Herren gleichzeitig dienen: Entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird an dem einen hängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ (Lk 16,13)

    Äußere, politische oder materielle Interessen stehen im direkten Widerspruch zu inneren, geistigen und ideellen Werten. Wer versucht, beide gleichermaßen zu bedienen, scheitert letztlich an beiden.

    Die richtige Priorität: Zuerst das Reich Gottes

    In verschiedenen Gleichnissen und Aussagen betont Jesus immer wieder, dass dem Geistigen absolute Priorität zukommt. Wer das Geistige vernachlässigt, verliert am Ende beides – die zeitliche Existenz und die ewige Bestimmung. Wer hingegen das Geistige in den Vordergrund stellt, dem fällt alles äußerlich Notwendige von selbst zu.

    „Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorgt nicht für den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“ Matthäus 6,31–34

    Schätze auf Erden oder im Himmel?

    Die Konsequenz dieser Priorität zeigt sich besonders deutlich in der Frage, wo wir unsere „Schätze“ sammeln:

    „Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motten und Rost sie zerfressen und wo Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie zerfressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ Matthäus 6,19–21

    Wer sein Herz an politische, vergängliche, äußere Werte hängt, wird in der Begrenztheit und Vergänglichkeit des irdischen Lebens untergehen. Nur die Sammlung geistiger, zeitloser, ewiger Werte verleiht dem Leben Inhalt und kann den Menschen erfüllen.

    Der Preis der Nachfolge: Leben verlieren, um es zu gewinnen

    Die radikale Konsequenz dieser Lehre formuliert Jesus in der Aufforderung zur Nachfolge:

     „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz täglich auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es erhalten. Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber Schaden nimmt an seiner Seele? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für seine Seele geben?“ Markus 8,34–37

    Jesus stellt hier eine klare Entscheidung: Wer am vergänglichen Leben festhalten will, verliert das wahre, ewige Leben. Nur wer bereit ist, das Äußere loszulassen, gewinnt alles.

    Fazit: Die Botschaft ist eindeutig:

    Die Orientierung am Zeitlichen und Vergänglichen, wozu auch das Politische zählt, steht in unüberbrückbarem Gegensatz zur Orientierung am Geistigen und Ewigen. Wer jedoch das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit an die erste Stelle setzt, dem wird alles andere von selbst zufallen.


    Jesus und die Tempelreinigung

    Eine weitere häufige Fehlinterpretation unterstellt Jesus politische oder revolutionäre Absichten und bezieht sich dabei auf sein vehementes Auftreten im Tempel, das von allen vier Evangelien überliefert wird. Es lohnt sich, die jeweiligen Schilderungen genau zu vergleichen.

    Die vier Berichte

    „Und Jesus ging in den Tempel und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer stieß er um, und er sagt zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus soll Haus des Gebets heißen, ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle.“ Matthäus 21,12–13

    „Und sie kommen nach Jerusalem. Und als er in den Tempel hineinging, begann er, alle hinauszutreiben, die im Tempel verkauften und kauften. Die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer stieß er um und ließ nicht zu, dass man irgendetwas über den Tempelplatz trug. Und er lehrte sie und sprach: Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll Haus des Gebets heißen für alle Völker? Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht!“ Markus 11,15–17

    „Und er ging in den Tempel und begann, die Händler hinauszutreiben, und sagte zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Haus des Gebets sein, ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.“ Lukas 19,45–46

    „Und das Passafest der Juden war nahe, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. Und er fand im Tempel die Händler, die Rinder, Schafe und Tauben verkauften, und die Wechsler, die da saßen. Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Rindern, schüttete den Wechslern das Geld aus und stieß die Tische um und sprach zu denen, die die Tauben verkauften: Tragt das weg und macht nicht meines Vaters Haus zur Markthalle!“ Johannes 2,13–16

    Die eigentliche Bedeutung der Tempelreinigung

    Bei der Tempelreinigung ging es Jesus nicht um die Anprangerung sozialer Missstände oder um eine Kritik am Handel an sich, sondern um einen grundlegenden geistlichen Irrtum: die Vorstellung, man könne Gott durch Opfer oder Zahlungen zu einer Gegenleistung verpflichten. Gott ist kein Händler, mit dem man einen „Deal“ abschließen könnte. Dieser Irrtum verwandelt das Haus Gottes in ein Kaufhaus (so Johannes: „macht nicht meines Vaters Haus zur Markthalle!“) oder in eine Räuberhöhle (so die Synoptiker: „ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle“).

    Die Räuberhöhle-Metapher verdeutlicht besonders scharf, dass wohlhabendere Menschen glaubten, durch teure Opfer Gott etwas „abzwingen“ zu können. Eine solche Haltung verkehrt das Verhältnis zu Gott in sein Gegenteil: Statt alles als Gnadengeschenk zu erbitten, versucht man, es sich zu erkaufen. Jesus betont stattdessen das Gebet als einzige angemessene Haltung: „Mein Haus soll ein Haus des Gebets sein.“

    Geistige statt äußerliche Werte

    Der Sinn der Handlung Jesu erschließt sich ausschließlich aus seinen eigenen Worten und dem Kontext des Tempels. Es geht ihm um die unzulässige Vermischung von innerem (geistlichem) und äußerem (materiellem) Bereich. Geistige Werte lassen sich nicht durch äußere Gaben erwerben oder erzwingen. Die beiden Sphären – Gott und Mammon – sind unvereinbar:

    • „Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Matthäus 6,24
    • „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ Markus 12,17

    Jesus richtet sich eben nicht gegen Wucher, Profitstreben oder den Handel auf einem Markt, sondern gegen die Vorstellung, Gott im Tempel wie einen Geschäftspartner zu behandeln. Die Intention entscheidet über die Qualität einer Handlung. Eine fromme Tat mit falscher Motivation (dem Wunsch, Gott zu „kaufen“) wird zur verderblichen Handlung. In diesem Zusammenhang erinnert die Szene unwillkürlich an den Ablasshandel des Mittelalters, gegen den Martin Luther 1517 antrat.

    Auch hier ging es nicht primär um moralisches Fehlverhalten, sondern um einen grundlegenden theologischen Irrtum über das Wesen der Gnade Gottes. Jesus war kein Moralapostel, der äußeres Verhalten regulieren wollte, sondern er richtete den Blick stets auf den Geist, in dem eine Handlung geschieht. Die Tempelreinigung ist daher ein leidenschaftlicher Protest gegen jeden Versuch, die Beziehung zu Gott zu kommerzialisieren.


    Verhalten gegenüber Unrecht und Gewalt

    Eine weitere häufige Fehlinterpretation der Lehre Jesu betrifft seine Haltung gegenüber Unrecht und Gewalt. Manche behaupten, aus christlicher Sicht sei es erlaubt oder sogar geboten, in Notwehr zu handeln und erfahrener Gewalt mit Gewalt zu begegnen. Jesus lehrte jedoch unmissverständlich das Gegenteil:

    „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ›Auge um Auge, Zahn um Zahn.‹ Ich aber sage euch, dass ihr dem Bösen nicht widerstreben sollt, sondern: Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand eine Meile nötigt, so geh mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.“ Matthäus 5,38–42

    Jesus bleibt nicht bei einer bloßen Weisung stehen, die er von anderen fordert, ohne sie selbst zu leben. Als er selbst zu Unrecht angeklagt, gefesselt, ausgeliefert, verurteilt und hingerichtet wird, erhebt er keinen Einspruch. Im Verhör vor dem römischen Statthalter Pontius Pilatus erklärt er ausdrücklich, dass seine Anhänger nicht um ihn kämpfen werden, da sein Reich nicht von dieser Welt sei (vgl. Johannes 18,36).

    Jesus setzt damit kompromisslos und konsequent um, was er zuvor gelehrt hat.


    Das Schwert – Sinnbild des notwendigen Übels

    Manche Christen wenden ein, Jesus habe seinen Jüngern kurz vor seiner Verhaftung doch aufgetragen, ein Schwert mitzunehmen – daraus könne man schließen, dass Selbstverteidigung und Notwehr gerechtfertigt seien. Betrachtet man jedoch den Kontext, lässt sich diese Deutung nicht halten:

    „Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch ausgesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Niemals. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desgleichen auch die Tasche; wer aber nichts hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muss auch das noch vollendet werden an mir, was geschrieben steht: ›Er ist unter die Übeltäter gerechnet worden.‹ Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug.“ Lukas 22,35–38

    Aus dem Zusammenhang wird klar, dass Jesus dem Schwert eine negative Bedeutung zuschreibt: Das Mitführen eines Schwertes dient als Kennzeichen eines Übeltäters. Jesus sagt im Wesentlichen: „Nun wird man mich wie einen Übeltäter behandeln – und dafür soll der Schein gewahrt werden.“ Wenige Augenblicke später unterstreicht er diese negative Sicht erneut, als Petrus ihn mit dem Schwert verteidigen will:

    „Da sagte Jesus zu ihm: Steck dein Schwert wieder dahin, wohin es gehört! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden auch durch das Schwert umkommen!“ Matthäus 26,52

    Das Schwert als Sinnbild der Teilung und Trennung

    In einem anderen Zusammenhang verwendet Jesus das Schwert als Metapher für die Trennung und Spaltung, die seine Botschaft unvermeidlich unter den Menschen auslöst:

    „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.“ Matthäus 10, 34–36

    Die „Zwei-Schwerter-Lehre“

    Einige Kleriker beziehen sich bis heute auf die zwei Schwerter, die die Jünger bei der Verhaftung Jesu mitführten, und sehen darin eine Grundlage für die mittelalterliche Zwei-Schwerter-Lehre (formuliert u. a. im 5. Jahrhundert und später ausgebaut). Diese Lehre deutet die beiden Schwerter positiv: Das geistliche Schwert stehe für die Kirche, das weltliche Schwert für die staatliche Obrigkeit, das der Papst dem Kaiser zur Ausübung übergebe. Diese Interpretation übersieht jedoch zweierlei:

    1. Die ursprünglich negative Bedeutung des Schwertes im Kontext Jesu: Es dient als Kennzeichen des Übeltäters und als Symbol der Trennung.
    2. Die klare Aussage Jesu, dass alle, die zum Schwert greifen, durch das Schwert umkommen werden. Damit würde die Zwei-Schwerter-Lehre letztlich besagen, dass sowohl kirchliche als auch weltliche Obrigkeiten ihren eigenen Untergang heraufbeschwören.

    Jesu Kritik an den Herrschenden

    Dass Jesus die Handlungsweise der Machthaber und Herrscher dieser Welt missbilligte, ist unbestritten. Aus dieser Kritik lässt sich jedoch kein Aufruf zu politischem Handeln oder gar zu einem gewaltsamen Eingreifen ableiten. Ein zentraler Beleg dafür findet sich im Matthäusevangelium:

    „In jener Zeit rief Jesus seine Jünger zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“ Mt 20,25–28:

    Jesus zieht das Verhalten der weltlichen Mächtigen hier bewusst als Negativbeispiel heran. Seine Botschaft lautet:

    • Nehmt zur Kenntnis, wie die Herrscher ihre Macht zur Unterdrückung missbrauchen.
    • Bei euch soll es genau umgekehrt sein.

    Wo immer ihr Einfluss auf andere habt, sollt ihr diesen nicht zur eigenen Erhöhung, sondern zum Dienst am Nächsten nutzen. Dieser Dienst zielt letztlich darauf ab, dem Mitmenschen zu seiner wahren geistigen Größe in Gott zu verhelfen. Jesus selbst lebt dieses Prinzip vor: Als Herr macht er sich zum Diener und gibt sein Leben hin, damit die Menschen zu Gott finden. Ebenso sollen seine Jünger zu Dienern werden – und gerade dadurch wahre Größe vor Gott erlangen.

    Das Paradoxon: Herrschen durch Dienen

    Dieses scheinbare Paradoxon – Größe durch Erniedrigung, Herrschaft durch Dienst – findet seinen stärksten symbolischen Ausdruck in der Kreuzigung Jesu. Der sich bis zum Äußersten erniedrigen lässt, wird gerade am Kreuz erhöht. Jesus deutet dies im Johannesevangelium selbst an:

    „Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin und ich nichts von mir selbst aus tue, sondern wie mich der Vater gelehrt hat, so rede ich.“ Johannes 8,28

    Die Erhöhung am Kreuz ist somit nicht nur Leid, sondern Offenbarung: Sie zeigt, dass wahre Herrschaft im Reich Gottes durch radikalen Dienst und Hingabe an unseren Nächsten geschieht – keinesfalls durch Machtausübung nach weltlichem Muster.


    Warum Jesus kein politischer Revoluzzer war

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    War Jesus politisch?

    Titelbild: Jesus und die Steuermünze: Midjourney-Art/Generiert und nachbearbeitet durch den Autor
    Podcast: Generiert mittels NotebookLM