Kategorie: Lyrik

  • Sommerleid

    Sommerleid

    Dies ist der Sommer, der die Frucht ersterben lässt
    weit wirft er seine Lohe in den Herbst hinein
    wenn auch der Schnitter eilig noch zur Ernte bläst
    Entbehrung wird des Winters Antlitz sein.
    
    Und doch sind Kummer und Entbehrung keine Strafe der Natur
    unendlich groß und weit gewoben ist des Universums Tuch
    das Übel liegt in unserm eigenen Urteil immer nur
    im Zweifeln, im Verzagen liegt der Fluch.
    
    Denn wenn der Tod in unsern Räumen
    aus und eingeht, wie ein ungebetner Gast
    wenn er uns hochfahrn lässt aus seichten Träumen
    so zeigt er doch ganz zart
    was jenseits unsres Zustands harrt
    – zeigt doch wie sanft das Dasein jede Kreatur umfasst.
    

    Elmar Vogel / Oktober 2018